Schlafsack ,wie haltet ihr s ?

  • Ich liebäugeln seit geraumer Zeit mit dem Helikon Tex Swagman Roll "Schlafsack". Habe aber dieses Jahr nicht oft genug draussen übernachtet, dass sich das bisher gelohnt hätte etwas zusätzlich zu meinen Schlafsäcken zu kaufen.

    Aber wäre das Produkt nicht genau dein Konzept dann?

    Jein, Swagman Roll ist ja im Grunde das Poncho-Prinzip, genial wenn man ein minimalistisches Set-Up plant - also platt gesagt wie 'ne Decke. Da ist ein Schlafsack-Anzug doch eine Ecke wärmer. 🤔

    Sowas Ähnliches suche ich für drunter und Motorrad zu fahren

    Öhm da ist doch eher die klassische lange Unterhose und langärmliges Unterhemd die bessere Lösung, oder?

  • Wer Wache steht, der kann sich auch einen Poncholiner überwerfen, dieser ist günstig, leicht und wärmt ausreichend gut auch an kalten Tagen (ich habe reichlich Erfahrung durch militärische Fluchtübungen)! Natürlich wärmen richtige Armee-Wolldecken besser aber sie wiegen auch gleich mal 10 mal soviel .. Auf der Flucht zählt jedes Gramm im Rucksack was ich nicht tragen muss ..

    So ein Strampelanzug nimmt doch im Rucksack viel zu viel Platz weg und überlebt keine 100m durch den Wald wenn es wirklich schnell gehen muss ..

  • Spannend und interessant ist es auf jeden Fall, was ich soweit finden konnte ist, dass diese Schlafstrampler für Temperaturen von 8-15° ausgelegt sind, also vermutlich eher 10-11° aufwärts in einem echten Feldversuch. Man müsste abwägen was man braucht: Ist es wirklich schneller "auf- und zusammengebaut" als ein Schlafsack? Lass' mal kurz nachdenken


    Also ich lege viel Wert auf Zwiebelschalenprinzip, da mein Schlafsack nur ein 0815 Mil-Tec ist, vermutlich auch so im Rahmen bei "nicht unter 8°C", aber eben auch nur als Kompensation für einen nicht ganz so guten Schlafsack. Ein Pulli, eine Lange Elli und dann tut der's auch ganz gut - mit Iso-Matte versteht sich.


    P.s.: Ich hab nochmal nachgeschaut, auch meiner ist ausgelegt für 0-10°C, also doch nicht so schlimm wie ich dachte Lass' mal kurz nachdenken Da ich halt echt null Erfahrung habe mit Schlafsäcken, weil ich in 10 Jahren immer den einen selben genutzt habe, jedoch nie in Extremwitterungen, dämmert es mir nicht, dass es einen Unterschied macht zwischen einem 0815 MFH für 60 Euro oder so und einem Super Special Markenname 300 Euro Schlafsack. Jemand der beide Varianten kennt mag mich erhellen, vielleicht. Macht es wirklich einen nennenswerten Unterschied?

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.

  • 0-10 bedeutet, dass net erfrieren tust. Angenehm ist anders

    Exakt. Das ist für Zentraleuropäische Verhältnisse schonmal nicht schlecht und das von den 0815 Schlafsäcken die man um die 40-50 Euro hinterhrgeworfen bekommt. Den Schlafsack habe ich aber auch schon seit etlichen Jahren, aus meinen Anfangszeiten und war auch nie gedacht im Winter genutzt zu werden. in "Pullover-Witterungen" war der auch super. Aber im Herbst würde ich den ungerne nutzen, da braucht es dann doch etwas anständiges.

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.

  • Im letzten Jahrtausend habe ich bereits in meinem ersten Auto einen Kunstfaser-Schlafsack spazieren gefahren, komprimiert im Original-Packsack. Nach ein paar Jahren dann Umstieg auf Auto zwei, bauschte sich der Schlafsack nicht mehr, das sog. "Loft" (Bauschkraft) war weg. Da daran auch mehrere Schonwäschen nebst Trocknerfahrten mitsamt Tennisbällen nichts ändern konnten, musste dann ein neuer her.


    Das wurde 2000 dann ein nicht ganz günstiger Daunenschlafsack von Jack Wolfskin. Der ist jetzt so alt, dass es längst keine Temperaturangaben mehr gibt, er ist mit 1,15 kg Gewicht aber eher für kältere Nächte und damit Frostbeulentauglich.

    Wobei - wenns richtig warm ist, kann man einen Schlafsack aufmachen, nur als Decke drüberwerfen oder ganz weglassen - wenns aber eiskalt ist, man schon mit allen verfügbaren Klamotten im Schlafsack liegt und trotzdem noch friert, ist vielleicht ein Modell mit tiefer gehendem Komfortbereich die bessere Wahl.


    Grundsätzlich ist Daune immer wärmer, als ein gleichschwerer Schlafsack mit Kunstfaserfüllung. Die Achillesferse ist aber Feuchtigkeit und Nässe, weil dann die Daunen zusammenfallen, verklumpen und dadurch keine Isolierleistung mehr haben. Komprimiert man ausserdem einen noch feuchten Daunenschlafsack, brechen die Federn. Generell hat Daune einen deutlich höheren Pflegeaufwand, man muss spezielles Daunenwaschmittel im Schonwaschgang mit sehr niedrigen Schleudertouren verwenden, der fast noch nasse Schlafsack muss dann im Wäschtrockner zwingend mit Tennisbällen (das macht einen Mords Radau) für viele viele Stunden bei niedrigen Trocknertemperaturen trocknen. Hat man keinen Trockner, muss man die Federn von Hand auflockern, oft und immer wieder, bis der Schlafsack endlich durchgetrocknet ist.

    Im Hinblick darauf lohnt sich definitiv ein Schlafsackliner, so muss die Penntüte deutlich seltener gewaschen werden, je nach Material kann ein Liner aber auch zur Isolierleistung bei Kälte beitragen.


    Ich bereue den Kauf bis heute nicht, hat mir der Schlafsack doch schon oft warmen und daher guten Schlaf beschert - selbst 2015, als es Anfang August (!) so kalt war, dass es abends beim Auftritt von Running Wild nur 3° C vor der Bühne waren und die Cola im Becher auf dem Campingtisch am nächsten morgen eine Eisschicht hatte 🥶

    Si vis pacem, prepper pro bellum. © by: Rainer Meyer

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