"Must Haves" im BOB

  • Was mir in einem BOB noch sinnvoll erscheint sind "Hand- bzw. Fußwärmer". Ich meine diese flachen Einweg Pads, die man nur aus der Packung nimmt und die von selbst warm werden.

    Brauchen wenig Platz, lassen sich aufgrund ihrer flachen Form überall im Rucksack verteilen und spenden Wärme in einer kalten Nacht.


    Ein oder mehrere Plastik Tragebeutel (wie man sie an der Kasse bekommt) sind universell einsetzbar.

    Wurden aber - glaube ich - schon erwähnt.

    Ein paar Päckchen Papier Taschentücher halte ich ebenfalls für vorteilhaft - wenn auch nicht lebensnotwendig.

    Sich schneuzen, etwas reinigen/abtrocknen, Feuer machen, als Toilettenpapier......

  • Nun ich denke, man sollte auch ein wenig aufteilen, für welchem Zeitraum man einen BOB erstellt.

    Es ist ja klar, dass niemandes Rucksack wie in Harry Potter, unendlich tief ist und man unendlich viel Platz hat :D


    Es hängt ja viel ab von der Dauer. Eine "kurze" Dauer wäre bei mir im Grunde genommen, dass man maximal 24 Stunden unterwegs wäre, also ohne einen Schlafplatz auskommt. Alles was darüber ist, muss man ja einberechnen, dass man ein Zelt oder Tarp braucht. Ausnahme wäre natürlich, wenn man gewisse Checkpoints hat, also Familie/Bekannte, wo man schlafen könnte.

  • Ein BOB, so klein der Schlawiner auch ist, umso größer ja die Liste mit den verschiedensten Möglichkeiten für die verschiedensten Einsätze. Das ist mir schon klar.


    Man könnte dennoch Priorisieren, welchen Hauptzweck man erfüllen will oder? Das wäre meistens die Dauer, den man mit den BOB auf reisen sein soll.

  • Ja ist schon richtig, aber wenn du grob weist wo es lang geht planst du ja auch die überwindung von Hindernissen ein. Brauchst du auf deinem Weg also eine Luftmadratze um über einen Fluss zu kommen oder eine Kletterausrüstung? Brauchst du einen Wintermantel oder eine Ersatzbadehose?

  • oder eine Kletterausrüstung?

    Wobei ich bei sowas speziellen wieder frage:

    wo hier in Deutschland braucht man bitte eine Kletterausrüstung?

    Die Bergketten die wir haben, haben auch so viele Wanderwege, wie man ohne Kletterzeug begehen kann. Nur eine Hand voll richtige steile Bergspitzen fallen mir ein, wo man wirklich klettern muss. Rest ist eher eine Wanderung die festes Schuhwerk voraussetzt.

  • Und über Flüsse führen Brücken. Die Frage ist ob ein Ereignis das dich zur Flucht treibt auch dafür sorgen kann das normale Wege unpassierbar werden.

    Nehmen wir mal an dein Haus hätte im Ahrtal gestanden und du hättest den Abend raus müssen und sehen wie du in Sicherheit kommst.

  • Genau da ist etwas, wo ich ein wenig Probleme habe, mich in die Köpfe von einigen Preppern einzubringen.

    Zerstörte Infrastruktur

    Zerstörtes Stromnetz

    Zerstörte Häuser sodass auf der Straße Horden von Menschen rumplündern


    Mir kommt es so vor wie wenn viele einen BOB nur für das worst Case Szenario nutzen wollen, weil sie sich nichts anderes vorstellen können.

    Mir ist aber auch klar, dass du, mit dem Beispiel von Flüssen und Brücken, auch auf Überflutungen anspielst. Aber bei sowas nützt einen kein Paddelboot oder ähnliches.

  • Es wird keinen BOB geben der jedes Szenario (gleichermaßen) abdecken kann.


    Das Limit wird natürlich vom Träger vorgegeben, jung und fit heißt der Rucksack kann groß und schwer sein. Gibt es Einschränkungen muss der Rucksack angepasst werden. Dann wird das Gewicht reduziert oder z.B. auf eine Tasche mit Rollen umgestellt und die Nachteile in Kauf genommen.


    Dann packt man den entweder so dass möglichst viele denkbare Ereignisse abgedeckt werden, oder vielleicht nur die wahrscheinlichsten, oder auch nur das wovor man am meisten Angst hat.

    Dann kann es auch große Unterschiede geben je nachdem wo der mögliche Zufluchtsort liegt. Ein Aufenthalt im Freien erfordert zu jeder Jahreszeit andere Ausrüstung als wenn ich nur von meinem Heim in das von Bekannten oder Verwandten wechsele.


    Zu den Jahreszeiten an sich wurden schon alles gesagt.


    Wenn am geplanten Zielort schon Ausrüstung auf mich wartet kann ich das eigene Gepäck auch weiter minimieren.


    Lange Rede kurzer Sinn: Die Liste die wir hier erstellen wird weder abschließend sein, noch wäre es ein Problem wenn der eigene BOB nicht alles davon abdeckt.

    Aber es wird sicherlich eine gute Hilfe für jeden sein der vor hat einen zu packen.

  • Ich wollte auch nicht den BOB irgendwie im allgemeinen schlecht reden, Waschbaer

    Es ist schon eine Weile her, in einem Forum wo ich war, wurde auch das Thema BOB angesprochen. Da wurden BOB`s angepriesen, wie wenn sie das Beste von allem sind, eine Allzwecklösung für alle Probleme.

    War daher etwas skeptisch der ganzen Thematik gegenüber. Weil ich habe mal von meinem Standpunkt aus eine kleine Gegenüberstellung gemacht zwischen einem sicheren zu Hause und einem Fluchtrucksack.

    Es ist mir klar genau wie jeden anderen hier, dass es immer verschiedenste Situationen gibt, welche anderes Gehandhabt werden müßen, stimmts?

    Wenn bei mir vor der Haustüre der Wald brennt, ist es ja klar, dass ich ins Auto steige und verschwinde :D

  • Robinson 07

    Denke mal es kommt drauf an was man alles reinpackt. Aber will das jetzt doch nicht so vertiefen weil sonst alles im Kreis läuft.

    Bei mir ist es halt etwas schwierig einen BOB zu basteln. Wohne auf den Land mitten in den Bergen, umgeben von ein paar Bauernhöfen und Wälder.


    Daher denke ich mal, dass man zumindest was die Planung angeht ein wenig mehr machen.


    Jemand der in einer Stadt lebt wird anders packen als jemand auf den Land.

    Bei mir schaut es so aus, dass ich zum nächsten Dorf 3 Straßen habe, hinzukommen noch einige Feldwege die gut benutzt sind. Denn auch wenn ich nach Möglichkeiten eine Sache aussitzen will, weiß man ja nie. Auch wäre meine erste Wahl und mein erster Gedanke, mein Auto zu benutzen. Jedoch kann mein Auto genau wie jedes Auto auch mal auf den Weg wohin kaputt gehen

  • Naja daher dies mein Thread ist kann ich auch schreiben, wie mein BOB, welche ich heute Früh/Vormittag zusammengestellt habe, aufgelistet ist. Ich hoffe es ist nicht schlimm, wenn ich jetzt nicht die Marke aufschreibe. Aber im Großen und ganzen ist vieles aus den Bundeswehrshop.


    Rucksack, ca 65L Fassungsvermögen

    2 NRG Notfallriegel zu je 500 g

    2 Trinkflaschen mit je 1 Liter Fassungsvermögen

    1 Einmannzelt

    1 Schlafsack

    1 Schweizer Taschenmesser

    3 Streichhölzer

    1 Erste-Hilfe-Set

    1 Taschenlampe Inklusive Ersatzbatterien

    5 Leuchtstäbe

    1 BCB Notkocher mit Brennstoff

    1 Besteckset mit Becher und Teller (Alu)

    1 Packung Multi-Vitamin-Tabletten

    1 Packung Jod-Tabletten

    1 Wasserfilter

    7 MRE-Pakete

    1 klappbares Solarpanel mit Anschluss für eine Powerbank

    Ersatzwäsche (Socken, Unterhosen, Pullover, Hose, T-Shirt)

    1 Regenponcho

    2 Rollen Toilettenpapier

    2 Handtücher

    1 Klappspaten (eignet sich auch als Notfallhammer)

    1 Kleine Axt für Feuerholz

    1 Fernglas


    Andere Sachen wie Geldbörse mit Dokumenten, Schlüssel usw. trage ich am Körper also nicht im Rucksack.

    Aber ich weiß nicht sorecht. Mir kommt es so vor wie wenn ich was vergessen habe. Liegt aber wohl auch daran, dass ich nicht allzuviele Sachen für einen BOB daheim habe und wohl andere Sachen noch bestellen müßte.

    Da ich ein relativ großes erste Hilfe Set habe, ist dort auch eine Rettungsdecke drin.


    Meinen BOB habe ich so zusammen gestellt, dass ich im Notfall mein zu Hause verlassen kann/muss und dabei eine gewisse Zeit, also ein paar Tage in der Regel, draußen überleben kann. Ein "Ziel" hätte ich auch, einen guten Kumpel, der einen Bauernhof betreibt und ähnlich abgelegen lebt wie ich.


    Bin aber gerne dankbar für Verbesserungsvorschläge

  • Wenn zelt und schlafsack dann auch eine unterlage, sonst bist du am morgen danach durch die Druckstellen nicht wirklich ausgeruht.

    Ob alles was du mitnehmen willst wirklich sinnvoll ist musst du selbst entscheiden, aber ich habe ein paar Ergänzungen und Denkanstöße für dich:

    - 3 Streichhölzer? da sparst du an der falschen Stelle. Nimm ruhig eine ganze Schachtel uns schweiße sie luftdicht ein, lege gern noch ein Tütchen mit Kiselgel rein um Restfeuchtigkeit zu binden.

    - Lass die Ersatzbatterien weg, wenn dieser Kram lange genug lagert dann ist die Selbstentladung so hoch dass die Batterien nur unnützer Ballast sind. Steck einfach eine leeere Taschenlampe in den Rucksack und ein Päckchen Lithiumbatterien. Die sind zwar um einiges teurer, halten aber die Ladung über Jahre.

    - Zu den Jodtabletten sag ich mal nix, aber die Vitamintabletten kannst du ruhigen Gewissens weglassen. Die Dinger, völlig gleichgültig von wem produziert und wo gekauft, haben nur zwei Funktionen: sie füllen die Brieftaschen der Produzenten und Händler und sie Vergrößern durch ihre Verpackung den Müllberg.

    - Ein faltbares Solarpanel bringt nicht wirklich viel, jedenfalls die für Wanderer transportierbaren. Nimm lieber eine Powerbank mehr mit. Mit meiner Powerbank lade ich mein Telefon fast 3x und habe damit etwa 5 Tage alle Smartphonfunktionen zur Verfügung (bei normaler Nutzung). Ein transportables Solarpanel würde vei voller Kapazität wohl einige Tage brauchen um die Powerbank nachzuladen.

    - Schweizer Taschenmesser sind scherlich nicht schlecht, ich habe aber lieber ein stabiles feststehenden Messer dabei.

    - Wenn du an deinem Klappstaten die nicht gezahnte Seite scharf schleifst kannst du dir die Axt sparen.

    - Ich würde noch eine Rolle Bindedragt einpacken (vielleicht kann man ja ein Karnickel fangen?)

    - Panzertape falls beispielsweise das Zelt mal undicht wird.

    - Das Alugeschirr würde ich gegen Teile aus Holz tauschen, bessere Isolation und keine Gefahr im Winter daran festzufrieren.

    - Besteck aus Edelstahl statt aus Aluminium.

    - mindestens zwei Alternativen zu den Streichhölzer und ebenso verschiedene Brandbeschleuniger.

  • Ganz einfache (Brandbeschleuniger) Zunder sind Wattepads, die Du einfach kurz in geschmolzenem Kerzenwachs tränkst. Eine alte Blechdose auf den Herd, erwärmen, Pads kurz eintauchen, zeichnen lassen.

    Zum entzünden eine nach etwas auseinander frieseln....brennt schnell und gut.


    Geändert !

  • Ganz einfache Brandbeschleuniger sind Wattepads, die Du einfach kurz in geschmolzenem Kerzenwachs tränkst. Eine alte Blechdose auf den Herd, erwärmen, Pads kurz eintauchen, zeichnen lassen.

    Zum entzünden eine nach etwas auseinander frieseln....brennt schnell und gut.

    Ohne klugscheißen zu wollen, wewechsle nicht Anzündhilfen mit Brandbeschleunigern. Ich meinte eher Flüssigkeiten wie Benzin, Lösungsmittel usw.

    Ich habe sehr gute Erfahrungen mit einem Gemisch aus Benzin und Grillanzünder gemacht.

    Wenn das Brennmaterial gut trocken ist genügt eine Anzündhilfe natürlich völlig. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Angefangen von den beschriebenen Wachspads über Birkenrinde, Kienholz oder getrocknete Schwammpilze bis hin zu in Watte konzentriertem Schwarzpulver.

    Aber viel interessanter sind die verschiedensten Methoden zur Zündung. Da sollte man auch die eine oder andere in Reserve haben falls die Streichhölzer nass sind und das Feuerzeug leer.

  • drudenfuss

    was brandbeschleuniger usw. angeht bin ich halt eher vorsichtig. Habe mir als Jugendlicher beim Zelten schonmal den halben linken Arm verbrannt, weil ich wohl die Gase in der Luft nicht beachtet habe. Habe da mal ein Feuer angemacht, auch mit irgendeinen Brandbeschleuniger (ich weiß nimmer was es war) und da kam das Feuer über meine Linke Hand auf meinen Unterarm und Ellenbogen. Wenn ich dann Benzin lese bin ich sowieso vorsichtig.


    Aber ja ich stimme euch zu. Eine solche Hilfe ist (wortspiel) sehr hilfreich.

  • Ich würde Titan vorschlagen

    DANKE!!!!!!

    Ich hatte die ganze Zeit irgendein Edelmetall im Kopf, das angeblich auch gut sein soll. Nur bin ich einfach nicht mehr auf Titan gekommen.

    Danke :D