Stammtisch (Allgemeiner Klönschnack)


  • Das ist so hochgeschwollen und fernab der Realität.


    Du hast wie viele Kinder? Okay.

    Die Kinder haben in der Regel was wenn sie vom Kinderarzt ein Antibiotikum kriegen. Ah ok, Infekte der odberen Atemwege. Da macht der Kinderarzt natürlich so nen Pseudoaufriss und hält nen Studentenschlaumeyer Vortrag. Oder. Ne. Vielelicht verschreibt er dem Kind wie immer einfach Cefaclor AL.

    Man kann da so nen urdeutschen Besserwisserfilm fahren, völlig realitätsfern mit seinem Studtenwissen glänzen und in Nordschweden mit nem Kranken kleinkind dann nachts auf dem Kajak drei Suunden zum Auto paddeln, um dann drei Studen zum Arzt zu fahren, der auch nur Cefaclor AL. Verschreibt. Aber weisst du was, dass gute ist, es legt sich mit den Jahren, wächst sich mit jedem Kind mehr raus und wird immer pragmatischer und an die Lebensrealität angepasst.

                                                                            Si VIS PACEM PARA BELLUM

  • Du hast wie viele Kinder? Okay.

    Die Kinder haben in der Regel was wenn sie vom Kinderarzt ein Antibiotikum kriegen.

    Oh da hab ich wohl ein paar unschöne Erinnerungen hervorgebracht. Das war wirklich nicht meine Intention. Das ist immer schlimm, wenn Kinder schon in jungen Jahren gehäuft schwerere Infekte haben. Aber Gott sei dank verwächst sich das meist, wenn sie älter werden. Ich hoffe, dass ist so.


    Aber interessanterweise ging es ja gar nicht um solche Situationen, denn da muss man ja auch bei der Verordnung nicht mit den Augen rollen. Ich sprach ja im Post davor davon, dass es spezielle Situationen gibt, die das durchaus rechtfertigt, ein Bedarfsmedikament aus der Gruppe Antibiotika oder Opiat zu haben.

    - Fahren Familien mit Kindern in Gebiete schlechter medizinischer Versorgung und die Kinder haben Risiken wiederkehrender starker Pneumonien ähnlichen Erregerspektrums - natürlich kann ein Hausarzt die Verordnung rechtfertigen. Das gehört dann schon fast zur Bedarfsmedikation.

    - Hat man einen alten krebskranken Mann unter Chemotherapie - natürlich kriegt er dann vielleicht je nach Situation auch ein Antibiotikum in die Bedarfsmedikation, denn er weiß, wenn er Fieber bekommt, ist es höchstwahrscheinlich Fieber in der Neutropenie und er stirbt ohne antibiotische Therapie sehr schnell dran.

    - Malariamedikamente nehmen zur Chemoprophylaxe oder HIV PREP bei Risikogruppen, es gibt schon einige Situationenn prophylaktischer antimikrobieller Therapie

    - Soldaten bekommen Morphin-Pens mit, wenn sie in den Kampfeinsatz gehen. In einem Krieg wie in der Ukraine kommen die wenigsten unverletzt zurück. Die meisten werden getroffen von Mine, Steilfeuer, Drohne oder Kugel unnd kommen mindestens 48h nicht aus ihrem Loch raus in qualifizierte Versorgung, wenn sie dann noch leben. Die werden da nur von Kameraden betreut, die in nach Schulungen teilweise ärztliche Aufgaben übernehmen, der Notfallsanitäter ist da hohes Gut und macht intensivverlegungen und der Arzt, der steht nur noch in der Damage contnrol Chirurgie, selbst der Nicht-Chirurg. Das Risiko von Missbrauch ist daher in der Abwägung nicht so schlimm. Kann man das in der speziellen Situation rechtfertigen. Ich denke schon.


    Sollte man jetzt Breitspektrumantibiotika und Opiate zur Vorbereitung großzügiger an die Bevölkerung verteilen. Auf keinen Fall. Denn hier überwiegen die Risiken nun mal den Nutzen, auch wenn man befürchtet, dass es schlimme Szenarien geben könnte, wo die Versorgung doch mal nicht funktioniert.

    Zugegebenerweise hab ich das ein bisschen schnippisch Formuliert, aber Antibiotikatherapie ist nicht leicht, auch wenn man dies vielleicht in Teilen ins Gefühl bekommt.

    - Man ist im Bug out und versucht zu fliehen, hat ne verschmutze Wunde und nutzt sein breit wirkendes Ciprofloxacin, wo man es doch schon mal dabei hat. Keine 2 Tage später Tritt man auf einen Stein und die Achillessehne ist hin. Was der Prepper nicht weiß... Grund ist wahrscheinlich das Antibiotikum, was er sich eingeworfen hat. Was er weiß ist, dass die Flucht jetzt zuende ist.


    Was tatsächlich jeder tun kann, ist sein Tetanusschutz aktuell halten, mindestens alle 10 Jahre. Jeder mit weniger als 3 Jahren gültigkeit bekommt prinzipiell ne Dosis bei verschmutzter Wunde in den Arm.


    Zitat

    völlig realitätsfern mit seinem Studtenwissen glänzen

    Och das ist länger her mit dem Studium, inzwischen zählt da eher das praktische Wissen. Im Studium kann man ja häufig von selten nicht unterscheiden, wenn man die Inhalte in büchern liest.


    Zitat

    Aber weisst du was, dass gute ist, es legt sich mit den Jahren, wächst sich mit jedem Kind mehr raus

    Och da bin ich gut aufgestellt. Trotzdem bin ich da sehr kritisch in der Abwägung wann Vorhalten von Medikamenten sinnvoll ist und wann vielleicht sogar eine tatsächliche Indikation vorliegt, eine Therapie zu beginnen.

  • Sollte man jetzt Breitspektrumantibiotika und Opiate zur Vorbereitung großzügiger an die Bevölkerung verteilen. Auf keinen Fall. Denn hier überwiegen die Risiken nun mal den Nutzen, auch wenn man befürchtet, dass es schlimme Szenarien geben könnte, wo die Versorgung doch mal nicht funktioniert.

    Zugegebenerweise hab ich das ein bisschen schnippisch Formuliert, aber Antibiotikatherapie ist nicht leicht, auch wenn man dies vielleicht in Teilen ins Gefühl bekommt.

    - Man ist im Bug out und versucht zu fliehen, hat ne verschmutze Wunde und nutzt sein breit wirkendes Ciprofloxacin, wo man es doch schon mal dabei hat. Keine 2 Tage später Tritt man auf einen Stein und die Achillessehne ist hin. Was der Prepper nicht weiß... Grund ist wahrscheinlich das Antibiotikum, was er sich eingeworfen hat. Was er weiß ist, dass die Flucht jetzt zuende ist.

    Noch gravierender ist bei Cipro die steigende Gefahr eines Aortenriss ; )

    Bei meiner Frau hätte Ciprofloxacin sich tatsächlich negativ auf eine Archilles-Sehne ausgewirkt. Ich hingegen vertrage es gut.


    Die medizinische Versorgung in extremen Krisensituationen ist oft ein Schwachpunkt, auch bei mir.


    Zugegeben hat mich sehr lange Zeit beschäftigt, wie ich das Problem der Schmerzmedikation im Zusammenhang mit der Anwendung eines Tourniquet lösen könnte.

    Den TQ hat jeder 2te Prepper in der Ausrüstung, manchmal glaube ich - nur um das eigene Gewissen zu beruhigen, das man ja eine arterielle Wunde abbinden könnte. Ich würde im Ernstfall bei so einer stark blutenden Wunde wahrscheinlich auch nicht erst einen Druckverband ausprobieren wollen.


    Ich hoffe das uns nie diese kalte Realität des SHTF einholt - auch wenn gefühlt wirklich viele aktuell daran arbeiten...


    JETZT ABER MAL WAS ERHEITERNDES - unter: mit den Jungs abhängen geht auch anders... XD

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  • Ich wußte bisher garnicht, dass es soetwas gibt.

    Kann natürlich nicht schaden, aber sind Bahnlinien nicht auch in "normelen" Karten verzeichnet?

  • Denke auch das die Bahnstrecken auf normalen Karten ausreichend verzeichnet sind.


    Generell habe ich über die Nutzung der hier (Berlin) ausreichend vorhandenen Wasserwege nachgedacht.

    Als die Bundeswehr hier die Evakuierung von Merz + Klingbeil geübt hat, haben sie die benutzt weil zum Szenario auch weitgehend zerstörte Infrastruktur gehörte.

    Der Vorteil ist das man auf einem Boot allerhand mitnehmen kann, was man zu Lande bei kaputten Straßen oder ohne Benzin / Auto mit dem Fahrrad etc. kaum auf einmal transportiert kriegt.

  • Bei deinem Roman hast du leider vergessen meine Frage zu beantworten.

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