Eine relativ einfache und erprobte Methode zur (teil)autarken Versorgung mit Brauchwasser ist eine Zisterne. Wer also über ein geeignetes Grundstück verfügt, kann die Errichtung eines solchen Wasserbehälters in Erwägung ziehen. Allerdings sollte man sich nicht der Illusion hingeben, in wenigen Jahren die Investition durch Einsparung von Trinkwasser wieder einzuspielen. Unsere Anlage kam vor 10 Jahren ca. 6.000 € für den Tiefbau und die Lieferung der Zisterne sowie die restlichen Materialkosten.
Es werden eine Vielzahl verschiedener Modelle angeboten, von Kunststofftanks über Betonbehälter bis zu Edelstahlvarianten. Wir haben uns für einen monolithischen Betonkörper mit einem Fassungsvermögen von 6,6 m3 entschieden, da das Teil in der Hofeinfahrt eingegraben wurde und somit bis 20 Tonnen befahrbar sein sollte.
Als Zulauf bieten sich Dachflächen an, Entwässerungen von Wege- oder Hofflächen sind aufgrund höherer Verschmutzung weniger geeignet. Je nach genutzter Dachfläche sollte ein entsprechend dimensionierter Vorfilter in die Zuleitung eingebaut werden. Dieser Filter trennt grobe Verschmutzungen vor dem Einlauf in die Zisterne bereits ab und befördert diese in die Kanalisation. In unserem Falle wurde ein Volumenfilter der Fa. 3P verwendet, der alle festen Bestandteile größer 0,4 mm bereits herausfiltert. Dieses Filtermodell habe ich gewählt, weil es eine hohe Ausbeute garantiert und recht wartungsfreundlich gestaltet ist (zweimal im Jahr Filtereinsatz ausblasen).
Auch eine Leitung für die Nachspeisung der Zisterne mit Trinkwasser sollte vorgesehen werden, um ein unkontrolliertes Trockenlaufen der Hauswasserwerkpumpe zu verhindern. Zusätzlich habe ich noch eine stromlose pneumatische Füllstandsanzeige im Keller installiert.
In der Zisterne geschieht Folgendes: Die festen Verunreinigungen des Wassers sinken entweder zu Boden und bilden eine Sedimentschicht oder steigen an die Oberfläche des Wassers und erzeugen einen schwimmenden Film. Diese Vorgänge sind entscheidend für die Reinheit des entnommenen Wassers. Deshalb sind nachfolgende Einbauten hilfreich:
Beruhigter Zulauf
Die Zuleitung vom Vorfilter wird in der Zisterne bis zum Boden geführt und dort an einen vergrößerten Trichter angeschlossen. Das Wasser läuft dann im Rohr bis zum Grund der Zisterne und sickert nach oben, ohne die Sedimentschicht aufzuwirbeln.
Ablaufsiphon mit Skimmer und Nagetiersperre
Der Siphon verhindert das Einströmen von Gerüchen aus der Kanalisation. Durch die Nagetiersperre können keine Tiere aus der Kanalisation in die Zisterne gelangen und dort verenden. Der Skimmer am Ablauf zieht die Schwimmschicht (hauptsächlich Pollen) bei überlaufender Zisterne ab und sorgt somit für eine saubere Wasseroberfläche.
Schwimmender Ansaugschlauch mit Rückschlagventil
Die Ansaugöffnung des Schlauches schwimmt immer ca. 10 cm unter der Wasseroberfläche, wo sich das sauberste Nass befindet. Durch das Rückschlagventil bleibt die Ansaugleitung immer gefüllt und das Hauswasserwerk kann sofort beim Einschalten Wasser fördern.
Als Ansaugrohr habe ich normale 1 Zoll Wasserleitung verwendet. In der Saugleitung ist vor der Pumpe noch ein Kartuschenfilter mit 40 Mikron installiert.
Mit dieser Konfiguration steht glasklares Brauchwasser zur Verfügung, welches im Normalbetrieb für die WC-Spülung, Gartenbewässerung und Reinigungsarbeiten verwendet wird. Im Krisenfall wird im Keller an einen mit Brauchwasser betriebenen Wasserhahn eine Umkehrosmose-Anlage angeschlossen, das generierte Osmosewasser im vorhandenen 300 Liter IBC zwischengespeichert und mittels eines zweiten Hauswasserwerkes in die Hauswasserleitungen eingespeist.
Strom hierfür kommt von den PV-Inselanlagen oder vom Stromerzeuger. Auch kompletter Handbetrieb ist möglich, aber nicht wünschenswert.
Die Anlage habe ich nach umfassender Information im Internet selbst geplant und bis auf den Tiefbau und das Setzen des Behälters komplett selber gebaut.
Vorfilter:
Zisterne Innenausbau:
Hauswasserwerk und Anschlüsse: