Wasseraufbereitung

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Sven.S

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Wasseraufbereitung

von Sven.S am 14.11.2015 10:17

Mit was bereitet ihr im Notfall euer Wasser auf. Filter ,Entkeimung ,abkochen.

Jage nichts , was du nicht töten kannst

Antworten Zuletzt bearbeitet am 17.11.2015 10:19.

Grey-Wolf

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Re: Wasser

von Grey-Wolf am 14.11.2015 10:21

Wasseraufbereitung - Outdoor Wissen

 

Wie kommt man unterwegs bei Outdoor, Trekking oder Fernreisen an sauberes Wasser?
Dr. Peter Schatzl, Zentrum für Tropen-, Reise- und Geomedizin erklärt wie man unterwegs Trinkwasser mit Wasseraufbereitungstabletten, UV Bestrahlung und Outdoor Wasserfilter durch richtige Wasseraufbereitung selbst produzieren kann.
Ähnlich wie Gesundheit für uns von höchster Priorität ist, sind unsere Anforderungen an Trinkwasser unwidersprochen hoch. Wasser ist einzigartig für die Entwicklung und den Fortbestand von Leben auf der Erde und somit als Lebensmittel durch keinen anderen Stoff zu ersetzen.

Unsere Ansprüche an Trinkwasser sind mannigfaltig, wenn sie auch nicht immer in allen Punkten eingehalten werden. Zuallererst steht die Forderung, dass Trinkwasser frei von Kontamination durch Krankheitserreger sein soll. Die Palette an Wasser verunreinigenden Stoffen reicht von Bakterien wie z.B. den bekannten E. Coli, Cholera, Shigellen, Salmonellen über Ein- und Mehrzellern wie z.B. Lamblien, Amöben, Kryptosporidien bis zu Viren, wie z.B. Rota-, Adeno- oder Hepatitisviren.
Allen gemeinsam ist, dass sie in den meisten Fällen durch den Mund aufgenommen werden und sich im Verdauungstrakt mit Durchfallsymptomatik bemerkbar machen. Zu weiteren Kontaminationsquellen von Trinkwasser zählen Chemikalien aus Industrie und Landwirtschaft wie z.B. Pestizide, Nitrate oder Schwermetalle, die vor allem bei Genuss über längeren Zeitraum gefährlich sind. Daraus resultiert die Forderung, dass Trinkwasser auch keine Langzeitschäden verursachen soll.

Wasseraufbereitung Outdoor

Nicht zuletzt soll unser Trinkwasser gut schmecken, gut riechen und ein optisch einwandfreies Aussehen haben. Nur dann werden wir auch in ausreichender Menge und ohne schlechtes Gewissen davon trinken. Oftmals ist Wasser mit Schwebstoffen wie Algen, Pflanzenreste, Tierreste, Sand oder Ton vermengt. Diese sind zwar meist unbedenklich, aber können als Herd für andere Verunreinigungen (z.B. Bakterienkolonien) dienen.
Was bei uns zu Hause als Selbstverständlichkeit gilt, ist die ständige Verfügbarkeit und Unbedenklichkeit von Trinkwasser aus dem Wasserhahn. In den meisten Ländern weltweit trifft dies aber nicht zu! Wir kennen diese Problematik z.B. von Ferneisen - vor allem in Entwicklungsländern. Wünschenswert wäre eine Aufbereitung des Wassers zu Trinkwasser bereits ab der Quelle, dem Reservoir oder im Leitungssystem. Oftmals sind wir aber zur Trinkwasserbehandlung am Ort der Entnahme gezwungen. Müssen wir Trinkwasser vor Ort lagern bzw. in Tanks transportieren, so lässt sich fordern, dass es hier zu keiner Veränderung durch die Lagerhaltung kommt. Auch hierfür gibt spezielle Lösungen z.B. auf Schiffen oder in Caravans.
Es gibt verschiedene Methoden um Wasser fraglicher Qualität, ob bei Trekking im Gelände abseits von Infrastruktur oder auf Fernreisen, zu Trinkwasser aufzuwerten. Nachfolgend werden vier Methoden der Outdoor Wasseraufbereitung vorgestellt.

Wasser abkochen

Eine sehr zuverlässige Methode für die Outdoorküche, da Hitze sämtliche Erreger abtötet. Allerdings sind Organismen verschieden empfindlich gegen Hitze. Manche sterben früher andere erst bei Temperaturen über 100°C. Temperatur und Erhitzungszeit stehen eng in Beziehung. In der Regel genügt ein kurzes Kochen des Wassers (=100°C); aber wer sicher gehen will lässt es länger aufkochen. Man beachte auch, dass in großer Höhe Wasser schon bei niedrigeren Temperaturen zu sieden beginnt und daher wesentlich länger abgekocht werden muss. Das Abkochen hat keinen Effekt auf Aussehen, Geruch oder Geschmack des Wassers. Nachteil bei dieser Methode ist der Zeit- und Energieaufwand (Brennstoffverbrauch). Das Wasser muss erst abkühlen bevor man es trinken kann.

Wasseraufbereitungstabletten

Meist in Tropfen oder Tablettenform dem Wasser beigesetzt oxidiert das Halogen oder Jod sämtliche Erreger. Das Chlorieren des Trinkwassers ist z.B. in vielen Städten der Dritten Welt weit verbreitet. Voraussetzug ist optisch klares Wasser (keine Schwebestoffe) und ausreichende Dosierung des Halogens (im Zweifelsfall lieber höher als zu wenig). Je höher dosiert umso unangenehmer wird aber sein Beigeschmack. Diesen kann man zum Teil mit Aktivkohle binden bzw. durch andere Zugaben verbessern. Zusätzliche Faktoren beim Halogenieren sind Wassertemperatur, pH Wert und Einwirkzeit.

Micropur Forte von Katadyn desinfiziert klares Wasser schnell und sicher und hält es bis zu 6 Monaten keimfrei. Durch die Oxidationswirkung von Chlor werden neben Bakterien auch Viren und die meisten Protozoen und Pilze eliminiert. Micropur Forte kann überall dort verwendet werden, wo mikrobiologisch unsicheres Wasser zum Trinken, Kochen oder Waschen desinfiziert werden soll. Nur in klarem Wasser verwenden. Trübes Wasser sollte erst mit einem portablen Wasserfilter filtriert werden.
Eine Micropur Forte Tablette auf einen Liter klares Wasser dosieren; 10 Minuten warten, bis sich die Tablette aufgelöst hat; gut schütteln; vor Gebrauch weitere 20 Minuten einwirken lassen.

Outdoor Wasserfilter

Mikrofilter halten durch ihre mikroskopisch kleinen Poren (Porengröße 0,2 bis 0,4µm) Erreger mechanisch zurück. Der Großteil der Erreger v.a. Bakterien, Ein- und Mehrzeller passen nicht durch die Poren und bleiben stecken. Kleinste Erreger z.B. Viren können aber nach wie vor durchdringen. Kombifilter mit Aktivkohle können hier noch zusätzlich kleinste Erreger sowie Geschmacks- und Geruchsstoffe binden.
Besonders für kleinere Mengen sind Filter gut einsetzbar und das Wasser steht rasch zur Verfügung. Je nach Verunreinigung bzw. Trübung des Wassers muss dann der Filter gereinigt oder ausgewechselt werden. Punkte wie Gewicht des Filters, Anschaffungskosten und laufende Wartung sind hier zu diskutieren. Zu empfehlen sind Wasserfilter von MSR oder von Katadyn.

Wer jetzt glaubt, dass er mit einem UV-Entkeimer eine halbe Aufbereitungsanlage mit sich rumträgt, der irrt.
Unser Favorit im online Shop für Trekking Touren und Reisen ist der SteriPEN Wasserentkeimer. Er wiegt gerade mal 100 Gramm inkl. Batterien. Für 1 Liter Wasseraufbereitung benötigt man mit dem SteriPEN damit ca. 90 Sekunden. Und wie kompakt das Gerät ist, ist im Bild rechts gut zu sehen.

UV Bestrahlung von Wasser

Hochwirksames UV-C Licht tötet Erreger innerhalb kürzester Zeit ab. Früher nur im großen Maßstab in Aufbereitungsanlagen eingesetzt, steht diese Methode nun auch mit handlichen batteriebetriebenen Geräten zur Verfügung. Vor allem eine Trübung des Wassers behindert diese Art der Trinkwasserbehandlung (Schwebstoffe unbedingt vorab entfernen)! UV Behandlung hat ebenfalls keinen Effekt auf Aussehen, Geruch oder Geschmack des Wassers. Anschaffungskosten, Gewicht und Batteriebedarf sind hier den anderen Verfahren gegenüber zu stellen.
Von Dr. Peter Schatzl, Zentrum für Tropen-, Reise- und Geomedizin

Im nächsten Krieg werden die Überlebenden die Toten beneiden.

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Sven.S

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Re: Wasser

von Sven.S am 14.11.2015 14:38

Ich bin am überlegen mir den hier zu holen , Sawyer® MINI Wasserfilter Set SP128 (0,1 Mikron Porengröße)

Jage nichts , was du nicht töten kannst

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Re: Wasser

von Konz am 14.11.2015 18:19

Es soll viele Plagiate geben, vor allem bei Ebay und Co.
Ich selbst habe auch den Sawyer Mini.

"Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung."

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Sven.S

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Re: Wasser

von Sven.S am 14.11.2015 22:23

Und wie sind die erfahrungswerte

Jage nichts , was du nicht töten kannst

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AzeTier

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Re: Wasser

von AzeTier am 15.11.2015 17:10

Ich besitze einem netten Vorrat Wasseraufbereitungstabletten und sollten diese verbraucht sein gehts mit MMS weiter, in größter Not muß dann abgekocht werden.

Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben!

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Re: Wasser

von Konz am 16.11.2015 11:17

Also den SAWYER habe ich selbst noch nicht ausprobiert.

Vorher einen "Billigfilter" zum pumpen gehabt, ist mir beim dritten Benutzen kaputt gegangen, Pumpe abgebrochen. 

"Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung."

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Carlos

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Re: Wasseraufbereitung

von Carlos am 15.02.2016 21:01

Unterwegs wird bei mir wenn s drauf ankommt ,gefiltert und zusatzlich abgekocht ,da muss man sich halt sollte man an ein gewässer kommen vorher gedanken machen ,wann man das nachste findet ^^

Aber lieber so wie in ner krise mit durchfall  

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Re: Wasseraufbereitung

von Konz am 15.02.2016 21:33

Oder ganz klassisch:

↓ Fluss ↓
 ______
|          |
| Kiesel |
|  Sand |
| Kohle |
| Stoff  |
|______|
   |__|
    
     +
Abkochen
     +
InstantKaffee
     =
Scheiss auf den Untergang, Kaffee ist heiss c(_)

...bleibt vorbereitet 

"Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.02.2016 21:35.

Thorin

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Re: Wasseraufbereitung

von Thorin am 05.12.2016 19:42

Zum Thema Wasserfilter:
Hatte vor Jahren auf einer Kanutour in Kanada einen Katadyn Mini ( Pumpfilter ) in Verwendung - obwohl relativ sauberes Seewasser angesaugt wurde, brauchte es jedesmal ca.15 min. intensives Pumpen, um 2 Stk. 1.5 l Flaschen mit Trinkwasser zu füllen. Etwas mühsam!
Weiters musste ich manchmal den Stößel mit einem Tropfen Olivenöl schmieren da ich nichts besseres zur Verfügung hatte.
Als ich beim Buschcraften mal aus einem mit Schwebestoffen verschmutzten Rinnsal ansaugte, wurde schnell der Pumpwiederstand groesser und als ich dann mit erhöhter Kraft pumpte, wurde das Keramikfilterelement abgerissen! Im Nachhinein ist man klüger: bei erhöhtem Wiederstand ist das Filterelement einfach mechanisch zu reinigen.
So hatte ich einen Grund mir einen Sawyer Mini zuzulegen. Vorteil: minimales Gewicht und einfaches flottes filtern.
Nachteile: umständliches trocknen vor längerem Nichtgebrauch( mehrmaliges ausschütteln, lufttrocknen, ausschütteln.., evtl entkeimen) und man braucht mindestens 4cm Wassertiefe um den wasserbeutel ordentlich füllen zu können.
Zum Filtern von stark verschmutztem Wasser und tatsächlicher Gesamt - Literleistung hab ich noch keine Erfahrungswerte.

Meine Meinung: Preis / Leistung passt!

Tipps: vor Frost schuetzen und evtl. Reservebeutel mitbestellen. Per Adapter ( vom Squeeze) fülle ich die Trinkblase ( Source) über den Trinkschlauch, ohne diese aus dem Rucksack zu entnehmen, da ich lieber sauberes Wasser mitführe, anstatt inline zu filtern, wie es Militärs machen,um nur kurz die Trinkblase am Gewässer zu füllen und später während dem Trinken zu filtern. Wen' s stört, dass aus dem Filter noch ein bisschen Wasser in den Rcksack laeuft, der kann sich aus einem Hals einer PET Flasche und einer Verschlusskappe, einen "Stöpsel" basteln.
Hab mir fürs " Basislager nun auch den SP194 Gravitationsfilter gekauft, um auch Viren rausholen zu können.


Besser 2 Jahre zu frueh, als 2 Stunden zu spät!


Besser 2 Jahre zu früh, als 2 Stunden zu spät!

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