Danke für den Tipp und deinen Bericht !
Ich meine zu nem ähnlichen Thema gabs mal ne Kurzdoku beim NDR oder so, finde die gerade nicht. Und entschuldigung für den Rant hier, aber musste mal sein...
Preppern wird ja gerne unterstellt, dass diese "niemandem helfen und keinem vertrauen, um egoistisch die Apokalypse zu überleben" [Minute 08:50] oder "dass Notfallvorsorge eher wenig bringt, da die Auswirkungen eh jeden treffen" [Minute 37:00].
Auch die Aussage "Das Prepper Weltbild, dass Notfallbevorratung etc. normal ist --> sieht der Experte als falsch an" [Minute 07:52]. Aussagen sind aus dieser Doku, in der auch unser geschätzter Admin Konstantin vorkommt :D [1].
Zum einen widerspricht er damit ja klar den Empfehlungen des BBK (und anderen), die ja klar zu Bevorratung etc. raten, zum anderen ist das schon irgendwie framing. Ich glaube nicht, dass irgendjemand hier sich über eine Apokalypse freuen würde, zum anderen zeigt ja auch der Alltag hier, dass wir nicht über "Fallout Staffel 3 in Hamburg" sondern eher über temporäre Krisen als das Ende der Welt diskutieren. Der besagte Experte veröffentlich Mitte März ein Buch / eine Studie zu Preppern [2] und "
Je intensiver sich Prepper vorbereiten, desto bedrohter fühlen sie sich.
Dieses Buch untersucht, wie der Vertrauensverlust in Misstrauen umschlägt und einem Freund-Feind-Denken Vorschub leistet. Und es wirft ein Schlaglicht auf problematische Entwicklungen in der Mitte der Gesellschaft, wie den Rechtspopulismus, das Festhalten an überholten Männlichkeitsbildern und den neuen Rechtsterrorismus."
Bin mal sehr auf den wissenschaftlichen Gehalt und die "Ergebnisse" gespannt. In einem Interview aus 2020 sieht er Prepper als "anschlussfähig für Verschwörungstheorien" [3]. Ist das nicht mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft ?
Ich tue mich sehr schwer mit dem Bild von "ich bin ein normaler Mensch, beschäftige mich mit Krisen, werde paranoider und dann glaube ich an Illuminaten" (Hyperbell des Kommentatoren also mir).
Worauf ich hinauswill ist, dass solidarische Krisenvorbereitung total Sinn macht, da es allen hilft und auch mein Risiko senkt. Die "niemand weiß, dass ich 10 Tonnen Nudeln habe, darum gewinne ich" Mentalität ist mir grundsätzlich verständlich, aber bei der medialen Abdeckung und Berichterstattung zu dem Thema, ist das Vorhandensein von Notvorräten auch keine geheime Schatzkammer, sondern teilweise sogar erwartbar. Diese hübsche BBK Studie [4] zeigt ja, dass gerade Corona und die mediale Berichterstattung Leute dazu motivieren, sich Vorräte anzulegen etc. Das ist ja auch der Witz und das Ziel der Risikokommunikation xD
Ich persönlich würde (auch in einer Krise) natürlich gerade medizinische Hilfe leisten (in meiner Nachbarschaft wissen viele, dass ich das beruflich mache), von daher ist der Gedanke illusorisch, dass ich entspannt rumsitzen würde. Auch klar ist, dass ich meine Lebensmittel natürlich nicht sofort an alle verschenken würde, warum auch ?
Abschliessend sei gesagt, dass gerade das "Misstrauen in die Fähigkeiten des Staates eine Krise zu bewältigen" (Zitat aus dem Interview Quelle 3), durch Ereignisse wie in Berlin #Tennis, nur noch untermauert wird. Die Kernaussage ist ja eher, dass "wir" den Staat nicht belasten wollen und eher Kapazitäten für Risikogruppen freihalten wollen (ob aus noblen Gründen oder Egoismus) und auch genau das Erreichen.