Es gibt weitere Erkenntnisse in diesem Fall:
Der Täter soll wohl recht ausgeschlossen aus der Gesellschaft gewesen sein - wie so oft - und spielte Shooter Spiele. Er hat einen Abschiedsbrief und ein Abschiedsvideo hinterlassen. Es geht auch hervor, dass die Tat keine Spontanaktion war, sondern strukturiert durchgeplant gewesen ist. Die Tatwaffen waren eine Glock 19 und eine Mercury Schrotflinte mit abgesägtem Lauf - beide legal erworben und ordnungsgemäß eingetragen.
Die Behörden fordern, wenn auch leise, bereits eine strengere Regelung der Waffenausgabe. Dabei muss, so grausam diese Tat auch ist, bedacht werden, dass es in Österreich eine drittel Million legale (!) Waffenbesitzer gibt - 374.000 [1] um genau zu sein und dieser eine Schütze ist eine, wenn auch sehr ausartende und extreme Situation, Ausnahme. Der Missbrauch von legalen Waffen läge hiermit somit bei 0,000267 % was daür spricht, dass die Auswahlverfahren und Vergaben von legalen Schusswaffen durchaus gut geregelt sind.
Auch sind Argumente die aufgebracht werden des Zusammenhanges von Spielen von Shooterspielen und Amokläufen, wie so oft, weit hergeholt. Im Verhältnis zu allen Shooter-Spielern (Multimillionen an Menschen) liegt der prozentuelle Anteil an Amokläufern unter ihnen sehr wahrscheinlich noch weit deutlich unter der Zahl der Amokläufer die legale Waffenbesitzer sind. Nur die Franchises Counter-Strike 2, Delta Force, Battlefield 2042 und Call Of Duty Black Ops 6 kommen bereits auf eine Spielerzahl von circa 2.500.000 Spielern. Das ist nur eine geringe Auswahl der mir bekanntesten Shooterspiele. In den letzten fünf Jahren konnte ich nur den aktuellen Fall und den Fall von Uvalde [2] finden die im Zusammenhang mit Attentätern stehen die Shooterspiele gespielt haben. Studien zeigen, dass 80% der Attentäter (weltweit) nichtmal Interesse an Shooter Spielen hatten, geschweigedenn regelmäßig welche gespielt haben [3].
Sowohl der Ruf nach strengeren Waffengesetzen bei solch' grausamen Taten, alsauch der Griff zur Argumentation der Attentäter hätte Shooterspiele gespielt, sind Medien- und Behörden-Klischées die einem Griff nach einem Strohhalm gleichen, wenn es keine Erklärungen gibt für die Taten solcher Attentäter.
Die Behörden können sich die Tat nicht erklären.