Rundfunk - Doku "Solidarisch preppen - Wie man Nachbarn zu Katastrophenhelfern macht"

  • Zur Info: Heute (16.01.2026) Abend um 20:05 Uhr kommt auf dem Deutschlandfunk ein Feature zur Krisenvorsorge in der Gruppe.


    Titel "Solidarisch preppen - Wie man Nachbarn zu Katastrophenhelfern macht"


    Ist auch in der Mediathek verfügbar: https://www.hoerspielundfeatur…idarisch-preppen-100.html


    Vielleicht ist es ja für jemanden Interessant. Ich werde mal reinhören, ggfs kann man sich hier ja darüber austauschen.

  • Soo ich hab mir den Beitrag mal angehört - hier meine kurze Zusammenfassung:


    Im vorliegenden Tondokument beschreibt der Autor seine perönlichen Erfahrungen, die er gesammelt hat, beim Versuch in seinem Dorf eine gemeinsame, nachbarschaftliche Krisenvorbereitung aufzubauen. Motiviert vA durch die Ängste vor zunehmenden Naturkatastrophen im Rahmen des Klimawandels. Dabei orientiert er sich besonders am Modell Schwedens, wo es scheinbar eine breite(re) Bewegung des "solidarischen Preppens" gibt.


    Dabei sucht er den (oftmals erstmaligen) Kontakt zu seinen Nachbarn, kommt mit ihnen ins Gespräch und versucht deren Einstellung zu Krisenszenarien und Vorbereitung zu ergründen und sie von seiner Idee zu überzeugen.

    Die Reaktionen sind dabei ganz unterschiedlich. Von (sinngemäß): "ein bisschen mehr könnte man schon machen" über "damit will ich mich nicht beschäftigen, da bekomme ich nur schlechte Laune" bis "den Leitfaden des BBK habe ich umgesetzt".

    Auch sucht er den Kontakt zu den "offiziellen Stellen" - in diesem Fall der FFW des Dorfes.


    Zu letzt wird auch eine "Notfallübung" (Backen ohne Strom) mit Interessierten Nachbarn und einem Gastredner - welcher ebenfalls persönliche Bezüge zur schwedischen Community hat, und auch etwas auf die Situation in Schweden eingeht - durchgeführt.


    Meine Einschätzung:

    Es trifft nicht unbedingt dass, was ich erwartet habe. Aber das liegt eher an meiner Erwartungshaltung. Man bekommt hier keine Anleitung um ein Preppernetzwerk aufzubauen eher den perönlichen Erfahrungsbericht eines Versuches. Das ganze in einer aus meiner Sicht ruhigen, angenehmen und größtenteils wertungsfreien Machart. (An zwei o drei Stellen schwingt schon eine subjektive Wertung in den Äußerungen mit)

    Ich persönlich fand besonders die Unterschiedlichen Einstellungen und wie sich diese (teilweise) verändern interessant. Ein Beispiel, womit man rechnen KÖNNTE wenn man versucht, Krisenvorsorge gemeinschaftlich zu organisieren.


    Wenn man die knappe Stunde übrig hat, kann man es sich mMn ruhig mal anhören.

  • Danke für den Tipp und deinen Bericht !


    Ich meine zu nem ähnlichen Thema gabs mal ne Kurzdoku beim NDR oder so, finde die gerade nicht. Und entschuldigung für den Rant hier, aber musste mal sein...


    Preppern wird ja gerne unterstellt, dass diese "niemandem helfen und keinem vertrauen, um egoistisch die Apokalypse zu überleben" [Minute 08:50] oder "dass Notfallvorsorge eher wenig bringt, da die Auswirkungen eh jeden treffen" [Minute 37:00].

    Auch die Aussage "Das Prepper Weltbild, dass Notfallbevorratung etc. normal ist --> sieht der Experte als falsch an" [Minute 07:52]. Aussagen sind aus dieser Doku, in der auch unser geschätzter Admin Konstantin vorkommt :D [1].


    Zum einen widerspricht er damit ja klar den Empfehlungen des BBK (und anderen), die ja klar zu Bevorratung etc. raten, zum anderen ist das schon irgendwie framing. Ich glaube nicht, dass irgendjemand hier sich über eine Apokalypse freuen würde, zum anderen zeigt ja auch der Alltag hier, dass wir nicht über "Fallout Staffel 3 in Hamburg" sondern eher über temporäre Krisen als das Ende der Welt diskutieren. Der besagte Experte veröffentlich Mitte März ein Buch / eine Studie zu Preppern [2] und "

    Je intensiver sich Prepper vorbereiten, desto bedrohter fühlen sie sich.

    Dieses Buch untersucht, wie der Vertrauensverlust in Misstrauen umschlägt und einem Freund-Feind-Denken Vorschub leistet. Und es wirft ein Schlaglicht auf problematische Entwicklungen in der Mitte der Gesellschaft, wie den Rechtspopulismus, das Festhalten an überholten Männlichkeitsbildern und den neuen Rechtsterrorismus."

    Bin mal sehr auf den wissenschaftlichen Gehalt und die "Ergebnisse" gespannt. In einem Interview aus 2020 sieht er Prepper als "anschlussfähig für Verschwörungstheorien" [3]. Ist das nicht mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft ?


    Ich tue mich sehr schwer mit dem Bild von "ich bin ein normaler Mensch, beschäftige mich mit Krisen, werde paranoider und dann glaube ich an Illuminaten" (Hyperbell des Kommentatoren also mir).


    Worauf ich hinauswill ist, dass solidarische Krisenvorbereitung total Sinn macht, da es allen hilft und auch mein Risiko senkt. Die "niemand weiß, dass ich 10 Tonnen Nudeln habe, darum gewinne ich" Mentalität ist mir grundsätzlich verständlich, aber bei der medialen Abdeckung und Berichterstattung zu dem Thema, ist das Vorhandensein von Notvorräten auch keine geheime Schatzkammer, sondern teilweise sogar erwartbar. Diese hübsche BBK Studie [4] zeigt ja, dass gerade Corona und die mediale Berichterstattung Leute dazu motivieren, sich Vorräte anzulegen etc. Das ist ja auch der Witz und das Ziel der Risikokommunikation xD


    Ich persönlich würde (auch in einer Krise) natürlich gerade medizinische Hilfe leisten (in meiner Nachbarschaft wissen viele, dass ich das beruflich mache), von daher ist der Gedanke illusorisch, dass ich entspannt rumsitzen würde. Auch klar ist, dass ich meine Lebensmittel natürlich nicht sofort an alle verschenken würde, warum auch ?


    Abschliessend sei gesagt, dass gerade das "Misstrauen in die Fähigkeiten des Staates eine Krise zu bewältigen" (Zitat aus dem Interview Quelle 3), durch Ereignisse wie in Berlin #Tennis, nur noch untermauert wird. Die Kernaussage ist ja eher, dass "wir" den Staat nicht belasten wollen und eher Kapazitäten für Risikogruppen freihalten wollen (ob aus noblen Gründen oder Egoismus) und auch genau das Erreichen.

    "All the places I've been and things I've seen

    A million stories that made up a million shattered dreams

    The faces of people I'll never see again

    And I can't seem to find my way home"

    ~Far from home by Five Finger Death Punch

  • eine prepper gruppe zu bilden hat so einige nachteile die man nie verachten sollte. man muss sich als prepper outen und die nachbarn die das alles für unsinn halten , werden sich in der not an euch erinnern . ihr dürft mit viel besuch rechnen.

    hier ist zu bedenken wo und wie man lebt. in der stadt oder auf dem land wo es einfacher ist. hier haben fast alle von kleinauf gelernt das man so einiges in der " speiss" hat.

    sprecht die nachbarn auf berlin an und tut selbst so das ihr nur aus einer theorie davon mal gehört habt. daraus könnte man rückschlüsse ziehen wie diese selbst denken und euch vieleicht ihr lager zeigen.

    sind wir mal ehrlich wir zeigen gerne was wir haben und sei es auch nur hier im forum. ich nehm mich da selbst nicht aus

    daher vermeide ich tunlichst wo ich oder gar welchen staat ich bewohne.

    habe 2 leute die ich eine "vorsorgevollmacht" erteilte welche ich auch über diese habe.

    nicht einmal schwiegermustter weiss etwas, über mein handeln im keller.

    meine kinder wissen davon aber die leben auch nicht mehr in europa. sondern hunderttausende ^^kilometer weit weg

  • Das ist ja eben die Frage. Die Erfahrungen aus dem Ahrtal, Berlin der letzten Tage etc. zeigen ja eher, dass die Menschen sich in einer Krise solidarisieren und helfen und gerade lokale Player wie Vereine etc. gemeinschaftlich helfen. Die "Fallout" Szenen erwarten einen ja eher nach wirklich massiver Krise und langer Dauer, ohne Hilfe von außen. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach 48 Stunden ohne Strom jemand bei dir einbricht um deine Nudeln zu klauen tendiert gegen 0. Da muss es schon weitaus länger gehen.

    "All the places I've been and things I've seen

    A million stories that made up a million shattered dreams

    The faces of people I'll never see again

    And I can't seem to find my way home"

    ~Far from home by Five Finger Death Punch

  • da gebe ich recht, wie in berlin sammle ich meine nachbarn ein und versuche diese zu unterstützen .

    das hat aber nichts mit preppergruppe zu tun sondern mit sozal menschlich.

    ab wann wurden in berlin die diebes banden gesichtet das braucht einige tage. bei nur 48 stunden oder 72 ist das alles noch händelbar.

    bei mehr leute in einer wohnung kann man auch mal ein auge zumachen vorteil, ein raum mit 1 mensch gefüllt dem ist kallt mit selben raum bei einen heizwert von pro person von schlappe 100 watt , könnt es schon warm werden.

    ich würde aber nicht zum nachbarn gehen und dem sagen " he ich habe nahrung gebunkert ich kann heizen und habe strom" in normalen zeiten . wichtiger aber kleiner unterschied.

    dieses müsste man in bildung einer preppergruppe aber offenlegen.

    ich habe letztes jahr 6 m3 brennholz verschenkt bei einer dame wo ich wusste das sie nichts mehr hat.

    ich bin eher der wo nicht weiss wer oder was ich bin aber meine hilfe in der not findet.

    ich kaufe auf flohmärkte wenn ich den realen wert der wahre kenne, auch über den geforderten preis. ich will kein mensch ausnehmen . karma kommt immer auf ein zurück. ich baue priwat für leiute mit körperlichen beeinträchtigungen computerarbeitsplätze auf , offt aus eigenen mitteln, da der staat sich solange zeit lässt mit bewilligungen das alles vorbei ist .

    mein preppen geht in so viele richtungen aber immer schütze ich mich und meine identität


    anbei suche ich noch jemand der sich mit handys auskennt um diese ( iphon ausgenommen) für blinde so nutzen kann das ein nicht 2 kais zwichenreden. sollten aber auch sicher gegen schadsoftware sein .

    Einmal editiert, zuletzt von koa heaven ()

  • Ich tue mich sehr schwer mit dem Bild von "ich bin ein normaler Mensch, beschäftige mich mit Krisen, werde paranoider und dann glaube ich an Illuminaten" (Hyperbell des Kommentatoren also mir).

    Ich würde hier gerne sehr zynisch antworten und sarkastisch, aber die Ernsthaftigkeit des Themas und der Vorwürfe von "Experten" ist zu seriös dazu. Aber gewiss habe ich einen schelmischen Spruch im Ärmel :)


    Ich denke ein bisschen haben wir Prepper auch selbst Schuld, wir Prepper im Großen und Ganzen. Mit unserer eingehender Geheimnistuerei eingehendst als die Prepperbewegung Antrieb erfuhr, so circa 2014-2015 wenn ich mich recht entsinne, da war diese Kommunikation überwiegend in Facebook Gruppen, anstatt auf eigenen Plattformen. Und ja, wenn ich mich zurückdenke, dann hatte ich Gründe diese Facebook Gruppen zu verlassen - unfreundliches Verhalten, runterspielende Äußerungen gegenüber allem was nicht "Ami Prepper level ist", Anfeindungen, sich profilierende Klugscheisser und sehr viele Äußerungen der Unzufriedenheit gegenüber Staat und Politik. Deshalb gibt es ja uns (PreppersGermany), weil ich die Tonlage bzw die Atmosphäre (da gibt es gewiss bessere Begrifflichkeiten) nicht vertreten konnte und weil ich mir mehr Erfahrungsaustausch gewünscht habe, mehr gegenseitiges Helfen, mehr Austausch, anstatt Kritik an einander.


    Gewiss sollte man damit nicht hausieren gehen, aber auch nicht als "wertvolles Geheimnis" halten. Ja, ich habe mit 30kg Barilla Pasta gekauft in einem absolut günstigen Angebot. So brauche ich die nächsten Monate keine teure Pasta mehr kaufen, aber Markenpasta kochen. Ja, ich habe ein paar Sixpacks Wasser hier, stets und immer, ist ja aber auch normal ne? Wir hatten vor einer Weile erst in der Nachbarskleinstadt ein Wochenende ohne Trinkwasser aus'm Hahn. Ist ja nur vernünftig.


    Die Extremen Ausschläge unserer Idee der Eigenverantwortung hat gewiss auch einige Extreme, in alle politische Richtungen, ob nun Links oder Rechts, denn der Selbsterhaltugnstrieb kennt keine Politik. Ausgelegt in Zahlen wird das vermutlich eine sehr lächerliche Ziffer der Extreme sein, auf der sich der ein oder andere Experte die Zähne ausbeisst.


    Generell heisst es aber auch, man soll nicht den Helden spielen und nur Teilen, wenn man sich selbst damitnicht gefährded. Also mit einer Woche Pastavorrat sollte man eventuell nicht gleich zur freiwilligen Ausgabe werden. Aber dem ein oder anderen Nachbar unter die Arme zu greifen sollte stets eine valide Option sein.


    Sei es die nachbarin die vergessen hat genug Katzenstreu nachzukaufen mit der man einen Sack teilt oder der eine Nachbar dem man ein 5L Kanister Nutzwasser überreicht, weil einer unfachmännlisch aus Versehen das Wasser im Block abgestellt hat. Zählen tue ich nicht auf meine Nachbarn und enge Freunde sind wir auch nicht. Aber je nach Krise, habe ich die Bereitschaft von mir aus auf sie zuzugehen hinsichtlich dem Teilen ovn Ressourcen oder Informationen. Einer von meinen ist Soldat, ein anderer ist selbst ein bisschen Prepper ohne sich so zu bezeichnen, ein anderer hat Kinder die letzten Sommer mit PMR Funken gespielt haben die man einbinden kann und die andere ist eine ältere Dame die mir schonmal Auffälliges Verhalten vor meiner Haustür melden konnte weshalb ich mir doch noch eine Überwachungskamera zugelegt habe ♥

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.

  • teilen in der not ist etwas anderes wie mitzuteilen was man für eine not hat.

    Auch richtig, kann ich nicht widersprechen. Man muss halt nicht hausieren damit. Aber eine Geheimniskrämerei kommt immer raus und genade bei Vorratshaltung ist das nichtmal was wildes, da kann man halt mal im Gespräch sowas erwähnen wie "Gab letzte Woche ein Angebot auf Barilla Pasta zu Preisen von Ja! - habe mich direkt mit 30kg eingedeckt" und schon hat man ein Gesprächsstarter Das gefällt mir!

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.