Gasmangellage - Deutschland geht das Gas aus dieses Jahr!

  • Moin moin Mitprepper,


    nach dem erfolgreich debatierten Thema BlackOut (Das ja auch noch lange nicht alle Faktoren einbeziehen kontne trotz über 300 Beiträgen aus der Community) gibt es noch ein Buzzword das grasiert und Angst schürt und zu Bauernfängerei führt:

    Gasmangellage in Deutschland - Wir können bald nicht heizen

    Hier gibt es ein wirklich gutes, fachliches, sachliches Video zum Thema ohne (wie viele andere) es auszulegen als sei es ein unvermeintliches definitives Problem - denn das ist es nicht. Es gibt tatsächlich eine erhöhte Problematik beim Gas, richtig, aber zu nennenswerten Ausfällen wird es nicht zwangsläufig kommen.


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    Eine Gefahr ist oft relativ, "Wir haben bald kein Gas" (für z.B: Heizen, Industrie oder Stromproduktion) ist schlicht falsch. Aber: Wir haben geringere Gasmengen in den Speichern als in den Vorjahren, das wäre eine be- oder widerlegbare These.



    - Wie knapp ist das wirklich?

    - Welche Zahlen spielen hier eine Rolle?

    - Welche Back-Ups hat die Regierung für diese Situation?

    - Wer wäre betroffen?

    - Was sind die potentiellen kurz- oder langfristigen Auswirkungen?


    und vor allem:
    - Was können wir als reguläre Haushalten tun um Vorkehrungen zu treffen, falls es doch zu knapp wird?


    Also dann, legen wir los und nehmen das Thema mal auseinander! Jawohl!

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.

  • Ich bin dann mal so frei.

    Wie knapp ist das Gas wirklich ?

    Die aktuellen Füllstände sind tagesaktuell einsehbar bei der Bundesnetzagentur [1], Stand jetzt sind die Speicher zu 63% gefüllt (im Vergleich zu 82% letztes Jahr zur selben Zeit). Aktuell und nach wie vor gilt seit dem 1.7.2025 die "Frühwarnstufe" (vorher galt seit 2022 die Alarmstufe), welche die erste von 3 Stufen darstellt [2]. Fakt ist auch, dass die gesetzlich vereinbarte Mindestfüllung erreicht wurde [3]. Aktuell gibt es wenig Grund zu der Annahme, dass es zu einer Gasmangellage kommen wird.


    Welche Zahlen spielen hier eine Rolle ?

    Zum einen der tagesaktuelle Füllstand in % (Stand heute 63%, siehe Quelle 1). Dieser gibt an wie viel % der Speicher gefüllt sind. Außerdem interessant sind der Gasverbrauch in % (zum Speicher) und die verschiedenen Szenarien [4].


    Welche Backups hat die Regierung für diese Situation ?

    Screenshot 2025-12-22 233035.png

    (Bildquelle: BBK, 2023, Seite 11)


    Diese Graphik gibt einen Überblick über die Maßnahmen, je nach Lage. Eine Übersicht über die konkreten Maßnahmen finden sich im EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) oder z.B. in der BBK Handreichung zu Krisenvorsorge im Krankenhaus bei Gasmangellagen (vgl. BBK, 2023, Seite 12). Für eine Übersicht genügt das, der Rest ist zu komplex um den hier einfach so darzustellen.


    Wer wäre betroffen?

    Je nach Stufe, konkreter Lage etc. kann sich das durchaus unterscheiden. Es gibt grundsätzlich geschützte Verbraucher nach §53a EnWG (mehr oder weniger die kritische Infrastruktur), die auch im Falle einer Mangellage prioritär versorgt würde. Allerdings ist das nicht dogmatisch, je nach Lage kann auch die Versorgung von nicht gennanten Verbrauchern berücksichtigt werden bzw. der Verbrauch von Institutionen nach §53a EnWG gedrosselt werden (vgl. BBK, 2023, Seite 12).

    Screenshot 2025-12-22 233547.png

    (Bildquelle: BBK, 2023, Seite 12)


    Was wären die kurz- oder langfristigen Auswirkungen ?

    Grundsätzlich wird ein Teil des Stroms durch Gas erzeugt (letztes Jahr 16% [5]), wobei erneuerbare Energien mit 56% weiterhin der größte Erzeuger waren. Hier jetzt über "wer kompensiert dann wenn" zu diskutieren macht glaube ich wenig Sinn, Frankreich als einer der Hauptimportnationen für uns gewinnt 69,7% aus Atomkraftwerken, sieht in anderen Ländern ähnlich aus [6], diese Energiearten sind gegen "Kälte" oder "Mangel" erstmal immun. Sollte es nun im Worst aller Worst Cases zu einem Blackout kommen, sind Gaskraftwerke tatsählich einige der wenigen Kraftwerke, die "schwarzstartfähig" (also autark wiederhochfahrbar nach Netzusammenbruch), was für den Wiederaufbau des Netzes sehr wichtig ist (vgl. BBK, 2023, Seite 14). Es ist anzunehmen, dass die Exporte steigen und die Preise für Gas teurer werden, wenn es zu einem Mangel kommt. Wer wie was abschaltet wird man sehen, dass ist pauschal nicht zu beantworten.


    Was können wir als reguläre Haushalten tun um Vorkehrungen zu treffen, falls es doch zu knapp wird?

    Im Rahmen der privaten Krisenvorsorge sollte der Fokus wahrscheinlich auf alternativen Heizmöglichkeiten liegen (sofern Gasheizung). Wir heizen mit Photovoltaik und füllen mit Fernwärme auf, daher betrifft uns das eher nicht, es macht Sinn zu checken woher man seine Wärme bezieht. Es gibt Strombetriebene Heizgeräte, die sind aber recht teuer in der Unterhaltung und in einem Blackout nutzlos. Es macht also wie immer Sinn verschiedene Dinge zu haben. Die Wahrscheinlichkeit eines Blackout durch eine Gasmangellage ist in der Theorie plausibel und herleitbar, allerdings existieren diverse neue Notfallpläne und kürzlich geänderte Gesetze, damit würde ich also eher nicht rechnen. Haushaltskunden (also du und ich) sind ja ebenfalls nach §53a EnWG geschützt, also wird es erstmal die Industrie etc. treffen. Die Bundesnetzagentur rät dazu grundsätzlich Energie zu sparen [7], was aus diversen Gründen Sinn macht. Fazit ist hier aber, reguläre Haushalte sind gesetzlich geschützt (ein Fakt, den etwaige "Influencer" gerne verschweigen (; ).

    Wer es ganz genau wissen will, darf gerne den "Notfallplan Gas" des Ministeriums für Energie und Wirtschaft durchlesen [8], da finden sich noch konkretere Antworten.

    "All the places I've been and things I've seen

    A million stories that made up a million shattered dreams

    The faces of people I'll never see again

    And I can't seem to find my way home"

    ~Far from home by Five Finger Death Punch

  • Mal wieder top Arbeit MeerMann Jawohl!

    Darauf wollte ich im Grunde genommen hinaus:


    Ja, die Speicher sind leerer als Sonst, das kann besorgniserregend sein, ist es aber nicht, denn das notwendige Minimum ist nunmal immernoch vorhanden. Das ist dennoch wahrlich schlecht und erlaubt eine Debatte, denn unser Backup nach oben hin ist recht gering - Fakt. Vermutlich ist das die Auswirkung der letzten 1-2 Jahre an Sanktionen und Veränderungen in den Lieferketten durch den Ärger "mit dem Osten". Da kann ich auch nichts dran aussetzen.


    Aber erneut sind sind da mal wieder in unseren eigenen Reihen (in den Reihen der Prepper, nicht bei PG) die gierigen Bauernfänger unterwegs in den Sozialen Netzwerken die aus einer Situation die zwar so schlecht ist wie sie noch nie war, aber nicht kritisch, einen Elefanten machen und direkt wieder draus eine nationale Krise machen. Wir sind nunmal eine Union aus vielen Ländern die einander unterstützen und Mangellagen kompensieren - mal wir die von jemand anderen, mal ein anderes Land die unseren. Abseits dieser Möglichkeiten ist das Energiefeld in Deutschland breitgefächert und nicht alleinig abhängig von Gas - Schwankungen können wir kompensieren, solange die Füllstände nicht kritisch sind.


    Aber dennoch auch hier: Ja, die Politik muss, sobald wir diesen Winter hinter uns haben, die Reserven auffüllen um den kritischen Zuständen nicht noch näher zu kommen. Der derzeitige Zustand verspricht erstmal noch keine wirklichen Probleme, wenn auch eine erhöhte Chance zu welchen, aber das zeigt auch, dass wir einen ineffizienten Handel haben hinsichtlich Gaseinkauf. Langfristig etwas das zu beheben ist, nur eben nicht durch Otto-Normal-Verbraucher.


    Grundsätzlich werden solche Probleme erstmal sich nicht auf die regulären Haushalte auswirken.

    Die Bundesnetzagentur rät dazu grundsätzlich Energie zu sparen [ Wer es ganz genau wissen will, darf gerne den "Notfallplan Gas" des Ministeriums für Energie und Wirtschaft durchlesen [8], da finden sich noch konkretere Antworten.

    Sehe grad dass sogar der Notfallplan Gas hier verlinkt ist Rambo-Tango!

    Lass uns auch was über MeerMann ^^ ! Darauf wollte ich hier nochmal Bezug nehmen: Haushalte werden weitestgehend verschont. Die Auswirkungen wären eher sekundär durch z.B. Ausfälle bei der Arbeit, finanzielle Probleme des Arbeitgebers und Auswirkungen in Preisen oder Produktion von verschiedenen Industrien. Eigentlich müssten wir noch tiefer in die Tasche greifen bei unterschiedlichen Waren, sollte es zu Einschränkungen kommen durch die Gaslieferung - immerhin nicht frieren Zuhause.

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.

  • Der nächste Meilenstein, der 01.02.2026 rück näher. Bis dahin sollte der Speicher noch zu 30% gefüllt sein, aktuell sind wir bei 39,4% (Stand Freitag). Damit dürften wir den aktuellen Exporten und Verbrauch als Grundlage nehmend, keine Gasmangellage erleben.

    "All the places I've been and things I've seen

    A million stories that made up a million shattered dreams

    The faces of people I'll never see again

    And I can't seem to find my way home"

    ~Far from home by Five Finger Death Punch

  • MeerMann

    Meine Meinung dazu kennst Du... Gut Recherchiert

    Obwohl ich an unser Forum immer Mal wieder "spende" , schlage ich Dir vor , wir wetten und der " Verlierer" spendet noch Mal 10€ ans Forum.


    Ich behaupte wir kommen in eine Gasmangellage ( und da sich der Begriff " Gasmangellage" nicht genau auf 20 oder 30% fest legt ) , bis Ende März auf 25% oder weniger Speicherstände in Deutschland. Gut Recherchiert


    Hälst Du gegen ?

  • eigentlich ist es auch egal wenn die keinen oder nicht genügend Input bekommen haben wir halt im Frühjahr oder im Sommer eine Gas Mangel Lage denke nächsten Winter könnte das auf jeden Fall so sein wenn so weiter gewirtschaftet wird

  • Es wird im schlimmsten Falle die Industrie abgeschaltet werden, und man wird versuchen weniger Gas zu verstromen. Die Privathaushalte werden " nur" zum sparen aufgefordert werden, aber weiter Gas bekommen. Die Gasmenge , die wir tägliche erhalten ( LNG und Leitungsgrad ) , wird dafür reichen, vorausgesetzt dieser Import und Export bleibt so, wie im Moment.

    Übrigens sind europäische Regierungen wieder dabei, den ärmeren Ländern das gekaufte Gas weg zu nehmen. Schon am 15.1. wurden 2 LNG Schiffe zum umkehren von ihren Besitzern aufgefordert, da europäische Länder die Schiffsladungen zum wesentlich höherem Preis aufgekauft haben....die Armen werden wieder leiden...diese Schiffen kommen übrigrns erst Mitte Februar im Zielhafen un Europa an. Sprich , selbst solch kurzfritige Aktionen haben Vorlaufzeiten von mehreren Wochen. Auch unsere LNG Stationen an der Küste sind nicht ausgelastet, sie könnten wesentlich mehr LNG in Empfang nehmen, nur fehlt es an Schiffen weltweit,

  • ich denke das gas wird knapp werden . aber bevor es zu einer mangellage kommt kauft die regierung genug dazu, um dieses abzuwenden. sie wollen ja wiedergewählt werden.

    bei der industrie einsparen wohl auch nicht, schaltet man zb ein glaswerk ab ist es schrott sofort. das zeug härtet aus und dann kannst das werk sanieren. beim stahl ist es eigendlich auch so. zb druckguss unternehmen beziehen meist gas . abgeschalten wird das metall kallt und damit kannst die hochöfen wegwerfen.

    also ich mach mir wegen gas kein kopf.