Schreckschußwaffen

  • Also, ich gebe Recht, sie sind nur bedingt tauglich und als alleine und nur für die Selbstverteidigung bestimmte Waffe eher ungeeignet. Als ein Werkzeug für Kommunikation, Abschreckung und Fluchtermöglichung sind die jedoch ganz gut.


    Wenn überhaupt, dann sind Schreckschusswaffen für den Nahkampf. Die Blendwirkung von Flashbang Patronen ist nennenswert, je dunkler die Umgebung desto effektiver, in Kombination mit Pfefferpatronen - z.B. erst eine Pfeffi, die Augen sind gereizt und Husten, Schleimhautreizung etc beginnt, dann im Anschluss 3-4 Flashbangs, und das Sichtfeld ist für einige Sekunden, wenn nicht gar für 'ne Minute vollständig weg. (Die Reizungen der Pfeffi hält gerne auch nochmal weitere 30 Minuten an, Schmerzgrad kontinuirlich sinkend) Somit hat man genug Zeit der Situation zu entfliehen.


    Ich bin nun etwas knauserig im Vergleich zu einem Pfefferspray:
    - Das Pfefferspray ist genauso geholstert wie die Schreckschuss
    - Das Pfefferspray ist genauso gesichert mit einer Extra-Kappe

    - Die Schreckschuss, selbst ohne Patrone im Lauf, braucht nur eine Abzugbetätigung, dann ist sie geladen und das geht bei guten Pistolen sehr schnell. Ich verschieße 3-4 Patronen pro Sekunde mit meiner.


    Der einzige Vorteil eines Tierabwehrsprays läge hier eher beim Gel, das windbeständiger ist und auch bei Schlechtwetter ehger relativ zielgenau.


    Wenn man also dann zur Schreckschusspistole noch in der zweiten Hand selbst ein Messer hält, dann ist die Nahkampfbewaffnung "overpowered". Das stärkste für die Defensive das ich im legalen bereich finden und zusammenstellen konnte.

    Als positiver nebeneffekt hat man dann noch die Möglichkeit signalmunition zu verschießen zur Kommunikation. Wenn vorige Absrapche möglich ist, dann ist das absolut sicher, selbst wenn es keinen Strom und keine handies und CB etc gibt. Der Knall ist laut, man hört ihn, eingeweihte schauen direkt in den Himmel und sehen welche Farbe. Anhand der Farbe und der menge der Schüsse hat man bereits eine verschlüsselte Kommunikation.

    Also ganz klar meinerseits, Idioten haben keine Schreckschuss in die Hand zu bekommen, die die denken das ist eine coole Waffe. Denn so cool ist sie nicht, die schießt ja nichtmal Projektile :thumbdown:Und sich sicher fühlen, nur weil man etwas lärm machen kann, sollte man sich auch nicht. Aber mit genügend Gedanken machen und Übung und anpassung der Ausrüstung ist eine Schreckschusspistole eine geniale und günstige Möglichkeit eine Selbstverteidigungsstrategie zusammenzustellen ohne gegen geltendes Recht zu agieren.

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.

  • Also meine Empfehlung, nach jahrelanger Erfahrung, ist, wenn ich denn eine SSW verwende, immer ein Revolver.

    Sofort Schussbereit, keine durchlaufen, keine entsichern UND (mein wichtigstes Kriterium) keine Patronenhülsen, die hängen bleiben.


    Zwar habe ich dann nur 5 oder 6 Murmeln in der Trommel, anstatt 7 bis 15, aber wenn ich mit 5 es nicht erreiche, was Konz beschrieben hat, die Flucht zu ermöglichen, schaffe ich es m.M.n. auch nicht mit 15.


    Mit einem Revolver kommt also jeder, auch ungeübte klar, mit einer Pistole, bedarf es der langen Übung.

  • Es ist wie mit vielen Waffen, in ungeübten Händen sind sie für den Nutzer mehr Gefahr als Hilfe. Ich würde meine z.B. nichtmal zur Abschreckung nutzen, wie man oft liest "Es sieht so echt aus, da läuft der Gegner bestimmt von alleine weg." Und wenn der dann doch ein Messer hat und etwas viel Schnee in der Nase oder geistig verwirt ist mit etwas Adrenalin, dann schreckt das gewiss nicht ab, sondern versetzt eher in einen Leben-Oder-Tod-Modus. Dann lieber stecken lassen und nie anwenden. Und falls doch, ohne viel Show direkt abdrücken und auf Flucht vorbereiten.

    Flashbangs

    Also ich schwärme für diese "Flash" Patronen. Die haben so ein immenses Mündungsfeuer, faszinerend! Selbst hinter der Waffe kommt man um ein Blinzeln nicht umher so grell sind die. Ich kann mir vorstellen mit etwas Pfeffer in den Augen ist so ein Leuchtblitz genug um auszusetzen. Ich habe auch mal im Seitenprofil Bilder von den Schüssen gemacht und das Mündungsfeuer entsprach circa der Länge der gesamten Pistole (ich denke so ~20cm).

    Flaschbangs + Notsignale

    Was ich nun noch nicht probiert habe, ist das abfeuern von Signalmunition mit Signalabschussbecher UND Flashbangs. Mit normaler Munition flogen die nicht wirklich seeeehr hoch, also nicht so hoch wie normal gängige Silvester-Raketen.


    Hier also die Idee, die Flashbangs haben mehr Schwarzpulver, somit gehe ich davon aus, wenn man die Signalmunition für die Becher mit den Flashbangs kombiniert, dass die Feuerwerkskörper oder Notsignale deutlich höher fliegen. Hätte ich das bloß letztes Silvester schon getestet :|

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.

  • Durch die Entlastungsbohrungen in den Signalbechern wird es vermutlich leider keinen allzu deutlichen Unterschied machen.

    Wer allerdings noch eine alte 8mm SSW-Pistole hat, und an alte Munition rankommt, bevor diese Druckreduziert wurde, der könnte einen Unterschied merken.


    Ansonsten empfehle ich, wer mit Schwarzpulver rumschiesst, keine brünierte Waffe zu nutzen. Die leidet dabei zu arg.

  • Nunja, ich hoffe meine Sicht hat da noch ein anderes Licht auf die Sache geworfen. Es sind nicht alle "normale wehrlose Bürger" und nicht alle "Erfahrene Prepper" - es gibt auch jene die losballern, keine Angst haben und unberechenbar sind. Gewiss sind das meist wenig effeziente Krisen-Menschen, aber eben kaum einschätzbare. Solche haben beim Fight or Flight nur Fight zur Auswahl. Wenn man denen irgendwas waffenähnliches vor'm Gesicht wedelt greifen Sie an, ob es Sinn macht oder shancenlos ist, ist egal, sie greifen an. Da sehe ich eben die Gefahr eine "falsche Waffe" zur Abschreckung zu nutzen, das schreckt halt nicht jeden ab, oder eben wie von dir beschrieben, sorgt nur dafür, dass der gegenüber, falls eine scharfe vorhanden ist, sie auch genutzt wird. So oder so, Schreckschuss macht seinem Namen nur bei Vögeln die Ehre, denn einen Schrecken versetzt man damit kaum jemanden.


    Es darf nicht ungeachtet bleiben, dass sie dennoch in einem SHTF eine effektive Close-Range-Addition sein kann zur Kombination mit anderer Ausrüstung. Aber hier wird der Schreckschuss zu viel "Waffe" zugemutet, dabei ist es eher nur ein Signalgeber.


    Also meinerseits, wenn mein Gegenüber keine Anzeichen einer Aggression macht, bleibt alles an Bewaffnung verdeckt und undgenutzt.

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.