Beiträge von MeerMann

    Moin, sorry Konstantin, der Anfang des Videos ist falsch. Wie lange Verbraucher in Deutschland durchschnittlich ohne Strom waren ( am Anfang des Videos ) , hat mit einem Blackout Risiko gar nichts zu tuen. Hier spielen meistens örtlich Gegebenheiten im Niederspannungsnetz ein Rolle, z.B.Schäden im Verteilernetz, umgefahrener Strommast, der Bagger auf der Baustelle der das Kabel beschädigt.....). Ein Blackout findet immer im Hochspannungsnetz statt, und denn er ist großflächig.

    Der Faktor für das Blackout Risiko sind die Anzahl der Redispatchmaßnahmen, den Noteingriffen der Netzbetreiber. Diese lagen vor 20 Jahren bei einstelligen Zahlen im Jahr ( das Netz war also sehr stabil ). In den letzten Jahren lagen die Zahlen für diese Noteingriffe bei weit über 15.000 im Jahr ( das Netz ist sehr instabil geworden - deshalb diese vielen Eingriffe). Der Grund dafür ist ganz allgemein ausgedrückt, der Wechsel von hunderten Großkraftwerken früher, die wetterunabhängig arbeiteten, hin zu mehreren Millionen ( Klein-) Kraftwerken ( unregelbare , Insbesondere Solaranlagen auf Häusern, Firmen ...) die durch ständig wechselnde Wettereinflüsse ( Wolken, Wind...) unregelmäßig und oft nicht genau berechenbar Strom fliesen lassen und das in hohen GW Ausmaß. Dazu gehört auch das Stromnetz in Deutschland, welches auf diesen schnellen Umbau auf " erneuerbare" nicht ausgelegt ist. Man hätte hier zuerst das Stromnetz umbauen sollen.



    P.S. Coole Frisur!

    Ich wiederhole mich:

    "

    Um jetzt auch mal meinen Senf dazuzugeben:

    Redispatchmaßnahmen sind einer von vielen!!! Indikatoren, die für einen Teil!!! der Versorgungssicherheit relevant sind. Versorgungssicherheit gibt es infrastrukturell (also wie gut ist das Netz ausgebaut, gibt es Backups), Regelungsseitig (In- und Export, Netzfrequenz und Redispatchmaßnahmen ((wovon es auch diverse gibt)). Es ist bekannt, dass ein "Blackout" durch multikausale und komplexe Ereignisse oder Notfälle ausgelöst werden könnte (bis auf das Ereignis in Spanien gab es hier in den Breitengerade so ein Ereignis nie). Alleine ein Fragment zu betrachten (hier Redispatchmaßnahmen) und darauf Ruckschlüsse auf das Eintreten eines Blackout zu schließen greift zu kurz. Das Stromnetz war vor 50 Jahren bei weitem nicht so komplex und digital, also ist es eigentlich klar, dass auch die Eingriffe mehr werden (wobei mehr Eingriffe, natürlich weder gut noch schlecht, sondern halt ein Teil dessen sind). 0 Eingriffe pro Jahr, aber ein Anschlag auf ein Umspannwerk ist auch schlecht. Wird glaube ich klar worauf ich hinaus will.

    Ich kann mich nur wiederholen: Solche "Influencer" reproduzieren keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern Fragmente, ohne wirklichen Kontext (oder um Gold zu verkaufen hust hust)."

    Und jetzt alle zusammen: Redispatchmaßnahmen sind nicht der Hauptfaktor für das Blackoutrisiko. Der SAIDI Index [1] ist ebenfalls wichtig anzusehen. Er bildet beide Dimensionen der Versorgungssicherheit ab. Das Argument mit den erneuerbaren Energien ist auch ein alter Hut, erneuerbare Energien haben in Spanien zur Wiederherstellung des Netzes geführt (dazu vgl. Bericht der Übertragungsnetzbetreiber in Spanien) [2], es gibt diverse Projekte die erneuerbare Energien flexibel nutzen um einen Blackout zu beheben oder abzumildern (E-Autos zum Betreiben von Mobilfunkmasten [3], viele PV Anlagen als virtuelles Kraftwerk, dass Schwarzstartfähig ist [4]). Wie in dem Video auch richtig dargestellt, ist der Anteil von erneuerbaren Energien bei ca. 50% (stetig gestiegen in den letzten 10 Jahren), was jetzt nicht wirklich große Auwirkungen hatte. Sicherlich hätte man die Infrastruktur besser ausbauen können, aber dass ist ja die Verantwortung der Netzbetreiber und macht erneuerbare Energien ja nicht falscher [5].

    Ich bin dann mal so frei.

    Wie knapp ist das Gas wirklich ?

    Die aktuellen Füllstände sind tagesaktuell einsehbar bei der Bundesnetzagentur [1], Stand jetzt sind die Speicher zu 63% gefüllt (im Vergleich zu 82% letztes Jahr zur selben Zeit). Aktuell und nach wie vor gilt seit dem 1.7.2025 die "Frühwarnstufe" (vorher galt seit 2022 die Alarmstufe), welche die erste von 3 Stufen darstellt [2]. Fakt ist auch, dass die gesetzlich vereinbarte Mindestfüllung erreicht wurde [3]. Aktuell gibt es wenig Grund zu der Annahme, dass es zu einer Gasmangellage kommen wird.


    Welche Zahlen spielen hier eine Rolle ?

    Zum einen der tagesaktuelle Füllstand in % (Stand heute 63%, siehe Quelle 1). Dieser gibt an wie viel % der Speicher gefüllt sind. Außerdem interessant sind der Gasverbrauch in % (zum Speicher) und die verschiedenen Szenarien [4].


    Welche Backups hat die Regierung für diese Situation ?

    Screenshot 2025-12-22 233035.png

    (Bildquelle: BBK, 2023, Seite 11)


    Diese Graphik gibt einen Überblick über die Maßnahmen, je nach Lage. Eine Übersicht über die konkreten Maßnahmen finden sich im EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) oder z.B. in der BBK Handreichung zu Krisenvorsorge im Krankenhaus bei Gasmangellagen (vgl. BBK, 2023, Seite 12). Für eine Übersicht genügt das, der Rest ist zu komplex um den hier einfach so darzustellen.


    Wer wäre betroffen?

    Je nach Stufe, konkreter Lage etc. kann sich das durchaus unterscheiden. Es gibt grundsätzlich geschützte Verbraucher nach §53a EnWG (mehr oder weniger die kritische Infrastruktur), die auch im Falle einer Mangellage prioritär versorgt würde. Allerdings ist das nicht dogmatisch, je nach Lage kann auch die Versorgung von nicht gennanten Verbrauchern berücksichtigt werden bzw. der Verbrauch von Institutionen nach §53a EnWG gedrosselt werden (vgl. BBK, 2023, Seite 12).

    Screenshot 2025-12-22 233547.png

    (Bildquelle: BBK, 2023, Seite 12)


    Was wären die kurz- oder langfristigen Auswirkungen ?

    Grundsätzlich wird ein Teil des Stroms durch Gas erzeugt (letztes Jahr 16% [5]), wobei erneuerbare Energien mit 56% weiterhin der größte Erzeuger waren. Hier jetzt über "wer kompensiert dann wenn" zu diskutieren macht glaube ich wenig Sinn, Frankreich als einer der Hauptimportnationen für uns gewinnt 69,7% aus Atomkraftwerken, sieht in anderen Ländern ähnlich aus [6], diese Energiearten sind gegen "Kälte" oder "Mangel" erstmal immun. Sollte es nun im Worst aller Worst Cases zu einem Blackout kommen, sind Gaskraftwerke tatsählich einige der wenigen Kraftwerke, die "schwarzstartfähig" (also autark wiederhochfahrbar nach Netzusammenbruch), was für den Wiederaufbau des Netzes sehr wichtig ist (vgl. BBK, 2023, Seite 14). Es ist anzunehmen, dass die Exporte steigen und die Preise für Gas teurer werden, wenn es zu einem Mangel kommt. Wer wie was abschaltet wird man sehen, dass ist pauschal nicht zu beantworten.


    Was können wir als reguläre Haushalten tun um Vorkehrungen zu treffen, falls es doch zu knapp wird?

    Im Rahmen der privaten Krisenvorsorge sollte der Fokus wahrscheinlich auf alternativen Heizmöglichkeiten liegen (sofern Gasheizung). Wir heizen mit Photovoltaik und füllen mit Fernwärme auf, daher betrifft uns das eher nicht, es macht Sinn zu checken woher man seine Wärme bezieht. Es gibt Strombetriebene Heizgeräte, die sind aber recht teuer in der Unterhaltung und in einem Blackout nutzlos. Es macht also wie immer Sinn verschiedene Dinge zu haben. Die Wahrscheinlichkeit eines Blackout durch eine Gasmangellage ist in der Theorie plausibel und herleitbar, allerdings existieren diverse neue Notfallpläne und kürzlich geänderte Gesetze, damit würde ich also eher nicht rechnen. Haushaltskunden (also du und ich) sind ja ebenfalls nach §53a EnWG geschützt, also wird es erstmal die Industrie etc. treffen. Die Bundesnetzagentur rät dazu grundsätzlich Energie zu sparen [7], was aus diversen Gründen Sinn macht. Fazit ist hier aber, reguläre Haushalte sind gesetzlich geschützt (ein Fakt, den etwaige "Influencer" gerne verschweigen (; ).

    Wer es ganz genau wissen will, darf gerne den "Notfallplan Gas" des Ministeriums für Energie und Wirtschaft durchlesen [8], da finden sich noch konkretere Antworten.

    Die ursprünglich geteilte Studienlage findet sich hier: [1].

    Ich finde Curcuma super, Pfeffer schadet ja nicht, also immer rein damit. Mir ging es nur um eine Klarstellung, dass das wissenschaftlich eher nicht beweisbar ist.

    Krankenkassen sind Versicherungen, die zitierten Studien beweisen auch nicht mehr (bis auf das Mizellenzeug). Am Ende sollte man das machen, was man für richtig hält.

    Um jetzt auch mal meinen Senf dazuzugeben:

    Redispatchmaßnahmen sind einer von vielen!!! Indikatoren, die für einen Teil!!! der Versorgungssicherheit relevant sind. Versorgungssicherheit gibt es infrastrukturell (also wie gut ist das Netz ausgebaut, gibt es Backups), Regelungsseitig (In- und Export, Netzfrequenz und Redispatchmaßnahmen ((wovon es auch diverse gibt)). Es ist bekannt, dass ein "Blackout" durch multikausale und komplexe Ereignisse oder Notfälle ausgelöst werden könnte (bis auf das Ereignis in Spanien gab es hier in den Breitengerade so ein Ereignis nie). Alleine ein Fragment zu betrachten (hier Redispatchmaßnahmen) und darauf Ruckschlüsse auf das Eintreten eines Blackout zu schließen greift zu kurz. Das Stromnetz war vor 50 Jahren bei weitem nicht so komplex und digital, also ist es eigentlich klar, dass auch die Eingriffe mehr werden (wobei mehr Eingriffe, natürlich weder gut noch schlecht, sondern halt ein Teil dessen sind). 0 Eingriffe pro Jahr, aber ein Anschlag auf ein Umspannwerk ist auch schlecht. Wird glaube ich klar worauf ich hinaus will.

    Ich kann mich nur wiederholen: Solche "Influencer" reproduzieren keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern Fragmente, ohne wirklichen Kontext (oder um Gold zu verkaufen hust hust).

    Also Stand der Wissenschaft ist, dass Piperin (also der Stoff im Pfeffer), die Aufnahme von Curcurmin (also dem im Kurkuma) nicht beinflusst (vgl. Volak, 2012). Es gibt so Special Kurkukaformeln (es geht ja darum die sehr geringe Aufnahme von aktiven Curcurmin zu erhöhen), allerdings bin ich da auch kein Experte tatsächlich.