Ich finde auch, dass wichtige Werte gelehrt werden.
Es gibt so einen Klugscheissespruch "Wer führen will muss selbst erst führbar sein" und auch ich bin eher einer von denen der sich ungerne Führen lässt, ich brauche immer erst einen Beweis über die Kompetenz des Führenden, bevor ich so jemandem vertraue.
Mir ist das aus dem Grundwehrdienst einer im Gedächtnis geblieben - ein super Mann, hat uns streng, aber respektvoll geführt, selbst super kompetent. Ist dann wärend unserer ersten zwwei Monate nach Afghanistan abgezogen worden. Zwischen meiner Musterund und dem Einzug vergingen jedoch einige Jahre durch Ausbildung und so - hatte mir dann zwischenzeitlich durch Sport hier und da ein paar Mängel zugezogen (die bis heute noch Probleme machen), aber wenn DER im Flur stand wurde bis zum letzten Liegestützt durchgezogen.
Bereits an meinem ersten Tag durfte ich schön 'ne Stunde im Stillgestanden (zwischenzeitlich hatte doch jemand Mitgefühl und es wurde Rüht Euch draus) vor der Tür der Zugführerin stehen :D Stube reinigen war halt meiner Meinung nach fertig, also erstmal schön eine Rauchen gehen und draußen rumlungern - fand man nicht so cool.
Auf einem unserer ersten Märsche mir Ausrüstung habe ich dann auch festgestellt - was ich so über mich selbst noch nicht wusste - dass mir Kammeradschaft verdammt wertvoll ist und ich, obwohl ich der Fähigkeit eigentlich weiter vorne hätte laufen können, bei den Jungs die sich abhängen ließen blieb - es wurde ein Wertgefühl geweckt von "niemand wird zurückgelassen". Ich hab schon so bisschen meinen Film geschoben, ich war gedanklich bereits in einer Ernstsituation, "was wäre wenn das jetzt echt wäre".
Aber ich verstehe auch die Scheu davor, denn z.B. zu meiner Zeit verstarb der große Bruder von einem Kammeraden in Afghanistan. Beim gemeinsamen Antreten war das echt grausam, der Krieg war plötzlich direkt im Feld, in der Kaserne, im Zug. Wenn auch viele berichteten, dass es eigentlich nicht so schlimm war "bisschen in der Wüste chillen", für einige jedoch schon - es bleibt nicht jeder verschont.
Aber der Pflichtwehrdienst verpflichtet nicht gleich zum Krieg an der Waffe - nur wenn man sich im Anschluss auf eine längeren Aufenthalt einigt. Daher sehe ich diese Gefahr nicht als relevant genug den Pflichtwehrdienst zu verweigern. Außerdem war das Frühstück göttlich lecker! So viel Auswahl und Qualität habe ich nichtmal in Hotels erlebt ^^ WENN die Züge vor uns zügig waren und genug Zeit blieb >_> Hat bisschen gedauert bis das morgendliche Antreten bei allen reibungslos lief.
Auch stark in Erinnerung ist geblieben der Abschied eines Generals. Absolute Macht, wenn die gesamte kaserne antritt. EIn Schauspiel das seinesgleichen sucht. EIn Ehrgefühl das ich nie wieder erlebt habe. General ist halt keine Kleinigkeit ... das ist schon heftig, der mann war in kriegen und hat sein Leben dem Dienst des Volkes gewidmet. Nur beim Erzählen hier überkommt mich so ein wahnsinnig gutes Empfinden ^^ Aber vermutlich erzähle ich etwas romantisiert, da es ja nun doch schon 15 Jahre her ist und nur noch eine Erinnerung.
Das lehrt schon so einiges an Disziplin und Gehorsam und Pflichtgefühl.
Definitiv kein Schaden, nur Mehrwerte die ich hier sehe.
Aber auch ich hatte Zweifel, spätestens mit der Meldung des Verlustes von Kammeraden in Afghanistan aus unserer Kaserne und dem Auszug des (ich glaube) Feldwebels der ja einen bleibenden EIndruck hinterlassen hatte war klar: Wenn ich bleibe (über den Grundwehrdienst hinaus) werde ich Menschen töten, Kammeraden sterben sehen oder aber eben auch selbst sterben. Alles drei valide Möglichkeiten auf die man nur teilweisen Einfluss hat. Daher verstehe ich die Abwehrhaltung einiger. Und dennoch - wie schon erwähnt - gibt es keine Pflicht zum Kampf an der Front im Laufe des Grundwehrdienstes.