Jemand Erfahrung mit.......Hühnerhaltung

  • Vor ein paar Wochen war ich auf einem Mittelaltermarkt in der Eifel. Wieder viele Menschen "kennengelernt" und gesprochen. Fastziniert war ich von einer Familie, die auf einem alten Hof in der Eifel lebt, Honig, Wolle, Schafsmilch(-produkte wie Käse und Seife...) selbst herstellt und verkauft, aber eben auch Eier.


    Mit dem Gedanken Hühner zu halten, spielen wir schon länger. Jetzt wo ich erfahren habe, das es Familien gibt, die seit 15 Jahren weder Eier noch Geflügelfleisch zugekauft haben, wird der Gedanke wieder aktueller/realer.


    Wir leben hier am Niederrhein sagen wir mal "Kleinstädtisch" in "dörflicher Randlage" mit relativ großem Grundstück und nur zwei angrenzenden Nachbarsgrundstücken. Also wirklich "Dorf" ist es hier nicht. In direkter Umgebung kenne ich niemanden der Hühner hält. Gehen wird es aber.

    Hab mich mal ein wenig durchgegoogled grad und festgestellt das man Grflügelhaltung melden muss udn der Amts Veterinär kommt wegen Haltungsbedingungen und Vogelgrippe etc. Meine Kenntnis vom Thema ist aber lediglich Googlewissen, unvalide und stark rudimentär.


    Hat hier jemand praktische Erfahrung in Hühnerhaltung und kann etwas berichten und/oder Tipps/Ratsschläge zum Tehme geben?

                                                                            Si VIS PACEM PARA BELLUM

  • Hallo John,


    Ich halte seit etwa zwölf Jahren Hühner. Habe zur Spitzenzeiten zehn Stück gehabt.

    Ja das mit dem anmelden beim Veterinäramt stimmt und du zahlst Beiträge zur Tierseuchenkasse. Das sind aber pauschal nur neun Euro zumindest hier in Bayern. Ich weiß nicht wie groß der Bestand sein muss, dass du dann einen Stückpreis zahlen musst. Aber bei kleinen Mengen ist es pauschal neun Euro. Ich habe für meine zehn Damen damals eine Voliere gebaut mit 21 m² = 3x 7 m. Diese ist mit einem Gittertunnel direkt mit dem gemauerten Hühnerstall verbunden, da wir in der Nachbarschaft Scheunen mit Marder haben und damit auch schon mal Probleme hatten. Das Futter bekomme ich von einem ortsansässigen Hofladen oder von einer nahe gelegenen Mühle ab und zu bekommen die Damen auch Küchenabfälle wie zum Beispiel gedämpfte Kartoffelschalen. Da auch wir sehr ländlich leben und es im Ort mehrere Hühnerhalter gibt, gab es bis auf das Halten eines Hahnes keine Probleme. Der Arbeitsaufwand ist überschaubar..Was konkret sind deine Fragen? Melde dich gerne nochmals.

    Ohne Arbeit früh bis spät wird dir nichts geraten. Der Neid sieht nur das Blumenbeet, aber nicht den Spaten.


    Stay Save and be prepared!

  • Ja ok, sehr vielen Dank auf jeden Fall schon mal für deinen Input!


    Also beim Futter dachte ich auch an Küchenabfälle und vor allem auch Würmern aus unseren "Wurmfarmen". Zukaufen kann ich im regionalen Landhandel (Reifeisen) auch.

    Wie viel legen denn so zehn Hennen (welcher Rasse????) so durchschnittlich, also wenn sie sich wohlfühlen? Und, welchen Platz benötigt ein fester Stall für 10-12 Hennen (brauchen wir nen Hahn?)?. Also Steinmarder haben wir hier (leider) reichlich. Fuchs auch, aber eher weniger. Wobei ich denke, dass die Lockwirkung von Hühnern vermutlich imens sein dürfte. Keine Ahnung ehrlich gesagt.

                                                                            Si VIS PACEM PARA BELLUM

  • Als Grundfutter solltest du Körner Futter nehmen, die Würmer sind dann nur Leckerlis.

    Der Stall hat eine Breite von etwa 2 m mal 4 m. Darin sind mehrere Sitzstangen in verschiedenen Höhen. Diese werden je nach Hackordnung besetzt. Dazu mehrere Leegenester mit Stroh ausgelegt. Im legefähigen Alter legt eine Henne im Schnitt ein Ei pro Tag, was bei zehn Hühnern in der Woche genau 🤔viele sind😉

    Bei uns im Ort kommt ab April jeden Monat der Hühnerlaster. Dort kann man verschiedene Rassen erwerben. Ich hatte eine bunt gemischte Schaar. Wenn du auch schlachten möchtest, wäre eine Zwiehuhn-Rasse günstig. Diese liegt neben Eiern auch ordentlich Fleisch an. Ein Hahn brauchst du nur, wenn du auch selbst vermehren möchtest. Eine reine Hühnerschar ist aberauch möglich. Eben wegen der Mardersituation habe ich die Voliere gebaut auch bei Stallpflicht wegen Geflügelpest können Sie so ins Freie. Die Voliere ist überdacht, so dass ein trocknetr Auslauf entstanden ist. Die Voliere steht auf eingegraben Leistensteinen die circa 30 cm in den Boden ragen. So verhindere ich, dass der Marder sich darunter durch gräbt. Der Tunnel aus geschweißten Viereck-Geflecht schützt die Hühner beim Weg vom Stall in die Voliere. Somit hat der Marder keine Chance mehr. Seitdem ich diese System habe, ist kein Huhn mehr zu Schaden gekommen.

    Ohne Arbeit früh bis spät wird dir nichts geraten. Der Neid sieht nur das Blumenbeet, aber nicht den Spaten.


    Stay Save and be prepared!

  • Nicht jede Rasse legt jeden Tag ein Ei. Ich würde eher die alten Rassen bevorzugen und dann kommt es auf die Vorliebe zu den Eiern an. Ich z.B. finde die Grünleger am besten, also die Rassen, die grüne Eier legen. Schmecken mir am besten, kann aber auch Einbildung sein. :)

    Zum zweiten die Größe der Hühner, manche sind doppelt so groß wie andere.

    Wenn du Pech hast, passt ein Hahn so gut auf seine Hennen auf, dass er alles angreift, was in den Stall kommt. Der springt dir mit seinen Krallen bis ins Gesicht, kann böse enden.

    Ich kenne auch Leute, die haben ihre Hühner nicht angemeldet, da muss man aber gute Nachbarn haben, die einen nicht anschwärzen beim Amt. Bei der Meldung geht es halt um evtl. umgehende Seuchen und du bekommst 1x jährlich deine Impfdosen für die Newcastle Krankheit. In NRW bezahlst du bis 50 Hühner pauschal 10 Euro in die Tierseuchenkasse.

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher...