Gemüse im Grow Zelt vorziehen

  • Moin an alle,


    wollte erst den Thread von Kons hijacken und dort nachfragen, aber zur besseren Übersicht dachte ich mir ich erstelle direkt einen.


    Hat hier einer schon mal Gemüse / Obst oder irgendwas im Growzelt vorgezogen oder sogar bis zur Ernte alles dort wachsen lassen?


    Die Idee kam mir bei einem Kollegen, der sein Zelt für seine rauchbare Pflanze verwendet.


    Ich werde die Tage versuchen Paprika, Chili, Gurke und Tomate im Zelt vorzuziehen, Bilder folgen dann Das gefällt mir!

    Road to success, one step after another

  • Ja, Anzucht geht - sofern man die Beleuchtung (Lichtfarbe, Lichtspektrum und Beleuchtungsdauer) zu den individuellen Bedürfnissen der Pflanze passend wählt.


    Gras möchte beispielsweise im Wachstum Tageslicht (6500° Kelvin Lichtfarbe) für etwa 16 bis 18 Stunden täglich. In der Blüte wechselt man dann auf Warmweiß (2700° Kelvin Lichtfarbe) und reduziert ausserdem die Beleuchtungsdauer auf unter 12 Stunden täglich.

    Ich habe damals Leuchtstoffröhren (Vollspektrum) mit einem hohen Farbwiedergabe-Index eingesetzt - heutzutage gibts das auch in LED-Technik, aber da musst du dich belesen, es ist auch viel ungeeigneter Müll auf dem Markt.

    Si vis pacem, prepper pro bellum. © by: Rainer Meyer

  • Ah ja, nochwas. Bei Gras hat(te) der Zeltbesitzer vor der Legalisierung durchaus das wichtige Bedürfnis, dass man die Pflanzen aussserhalb des Zeltes nicht riecht, es wurde also mit Belüftungssystemen, Aktivkohlefilter etc. und ziemlich dichten Zelten gearbeitet. Ein geruchsdichtes Zelt sorgt allerdings auch dafür, dass die Luftfeuchtigkeit im Zelt auf hohe Werte steigt, was wiederum Schimmel begünstigt.


    Pflanze bleibt Pflanze, das über die Wurzeln aufgenommene Wasser wird über die Blattmasse verdunstet. Ich rate daher unbedingt zu einem Hygrometer im Zelt, die Werte muss man im Blick haben, wenn man Schimmel vermeiden will.

    Dann gibts noch das Problem der sog. "Verspargelung", damit ist ein recht dünner und langer Haupttrieb gemeint. Das passiert nicht nur bei Gras, sondern auch bei Tomaten, die schnell nach oben Richtung Lichtquelle wachsen. Grower haben daher einen Ventilator im Zelt, der immer wieder mal am Stämmchen rüttelt und so die Pflanze dazu animiert, auch den Stamm zu verstärken.


    Dann gabs früher noch die UV-Thematik. Leuchtstoffröhren als Lichtquelle bieten zwar das für Wachstum bzw. Blüte notwendige Lichtspektrum, UV wird aber bei den allermeisten Lampen durch die Beschichtung gefiltert - will ja keiner einen Sonnenbrand von der Leuchtstoffröhre im Büro bekommen 😉

    Das sorgt aber dafür, dass die Pflanzen nicht an den im Sonnenlicht enthaltenen Ultraviolettanteil gewöhnt sind. Stellt man die von Kunstlicht im Zelt einfach so in die Sonne, bekommen Pflanzen tatsächlich auch Sonnenbrand. Dagegen hilft nur, die Pflanzen langsam ans Sonnenlicht zu gewöhnen, am ersten und zweiten Tag vielleicht nur für 2 Stunden raus ins freie, evtl. auch erstmal nur in den Halbschatten, am Tag 3 dann auf 3-4 Stunden erhöhen.

    Das ganze über 1 Woche gestreckt, so dass man dann nach 7 Tagen auf die Tageslichtstundenanzahl von 14-15 Stunden Anfang Mai (16-17 Stunden sinds dann Ende Mai) kommt.

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