Muskelkrämpfe vorbeugen / behandeln - aber wie?

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  • Moin moin,


    wir alle kennen Sie: Muskelkrämpfe. Seien es Waden, Oberschenkel, Nervösität oder Überlastung.


    Ich komme daher mit einem so groben Allgemeinwissen, dass es bei mir dazu einfach das 0815 Brause-Magnesium gibt und gut ist's. Aber so gut ist's dann wohl auch nicht, wie ich lese (und persönlich habe ich nie Vorteile/Nachteile festgestellt, einfach eine Brausetablette in's Getränk und "wird schon")


    Nun habe ich was von Di- und Tri Magnesiumverbindungen gelesen und, dass Magnesiummangel eher eine sekundärer Hintergrund für Muskelkrämpfe sei. Ich bitte Euch/uns mal hier das Thema "Muskelkrämpfe vorbeugen/behandeln" ein mal durchzukauen - dann habe wir das ein für alle mal durch und es betrifft uns alle: Sei es beim Sport, im Alltag, bei Stress oder beim Bugout oder Bushcraften.


    Meine Top-Notch Behandlungsmethode für Muskelkrämpfe, soweit möglich, ist ein bruzelnd-heisses Bad. 20 Minuten heisse Wanne und die Muskulatur entspannt sich soweit, dass Krämpfe ausbleiben und angespannte Muskeln nicht mehr krampfen. Aber das ist eine methode die muss man erstmal machen können, ist nicht vorbeugend und nur anwendbar, wenn es eh schon zu spät ist. Aber sie funktioniert.


    ich nehme Euch, Jungs, mal kurzerhand mit in's Boot:
    MeerMann  @Knautschesel zwecks Eurer Unterhaltung im EDC Thema.

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.

  • MeerMann ist dann wohl eher ein kompetenter ASP in medizinischen Belangen als ich. 😅

    Bei Häufung von Krämpfen weiß'te selbst > zum Arzt und abklären.

    Das bei mir Magnesium hilft - ist wohl eher ungewöhnlich und ich werde es auch beim Doc abklären.

    Einmal editiert, zuletzt von Zeugmeister ()

  • Moin,


    ich führe dazu gerne, ergänzend an das EDC Thema aus:

    Grundsätzlich erstmal zur Einordnung: Was sind Muskelkrämpfe ?

    -nächtlich Auftretende Muskelrämpfe ohne klare Ursache

    -Muskelkrämpfe nach Belastung oder Sport.

    Krampfanfälle etc. gehören nicht dazu.


    Was sind die Ursachen ?

    Wie so oft gibt es keine direkte und immer zutreffende Ursache, es lassen sich aber durchaus häufige Ursachen formulieren. Oft sind es eben Elektrolytmangel (durch Dehydration), Verspannungen, Schilddrüseprobleme oder Medikamentennebenwirkungen.


    Wie behandele ich Muskelkrämpfe ?

    Manuelle Maßnahmen:

    -Dehnen (sehr gut belegt und bewiesen in der Akutbehandlung sowie Prophylaxe u.A. [1])

    -Wärme auch hilfreich, Dehnen ist aber besser


    Medikamentöse Optionen:

    -Magnesium hält sich ja hartnäckig als "Mittel der Wahl". Zum einen liegt selten ein Magnesiummangel als Ursache vor (wir sollten so 300-400mg Magnesium / Tag zu uns nehmen, wobei im Schnitt ca. 150mg über die normale Ernährung aufgenommen werden). Dazu kommt, dass eine Überdosierung mit Magnesium durchaus zu Nebenwirkungen wie Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen sowie Schwindel etc. führen kann. Der Knackpunkt ist, dass wir uns mit zusätzlichen Magnesium ("Doppel Herz 600mg" als Beispiel [2]) überdosieren, was zu ernsten Folgen führen kann, ohne die Probleme zu lösen. (Ingesamt also keine gute Idee)

    -Chinin z.B. Limptar hat eine sehr gute Evidenz und wird in der Leitlinie auch empfohlen, als Mittel der Wahl. Dazu bitte aber zum Hausarzt und einmal Blutbild etc., da der Blick auf die Elektrolyte sowie Nierenwerte etc. sinnvoll ist, außerdem sind diese Medikamente verschreibungspflichtig [3]


    Für die Krise:

    Magnesium macht durchaus Durchfülle und Erbrechen, was in einer Krise leicht zu Dehydration und damit zu potentiell lebensgefährlichen Folgen führen kann, Finger weg (außer so verschrieben).

    Dehnen in den Tagesablauf etablieren, gerade wenn man mehr als sonst aktiv ist.

    Bei einer Neigung zu Muskelkrämpfen vorzeitig mit einem Arzt sprechen, abklären und ggf. Chininhaltige Medikamente verschreiben lassen, sofern vom Arzt für sinnvoll befunden.



    [Dieser Beitrag ist keine medizinische Beratung, bei Fragen oder Problemen fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker]

    "All the places I've been and things I've seen

    A million stories that made up a million shattered dreams

    The faces of people I'll never see again

    And I can't seem to find my way home"

    ~Far from home by Five Finger Death Punch

  • Das liest sich eigentlich so, als gäbe es irgendwie keine richtige Lösung, sehr individuell, abhängig von Tätigkeiten und persönlicher Verfassung und eher vorbeugend durch sportliche Aktivitäten wie Dehnen. Das verfrachtet die Verantwortung wieder zur Person selbst :D Dabei "wollen wir doch alle einfache Lösungen" wie mal 'ne Magnesiumtablette und gut ist's.


    Schon wieder Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung als Lösung Das gefällt mir!


    Aber gibt es nicht wirklich irgendeine "magische Zauberlösung"?

    Ich gebe mal ein Beispiel:


    Ich selbst bin sportlich super-aktiv (außer außerhalb der Saison) in Form von 3-4 Stunden Cardio, Skateboardfahren. Das äußert sich in dauerhafter Belastung über mehrere Stunden (natürlich mit vielen kleinen Pausen) und oftmals sehr impulsiven spotnanten explosiven Bewegungen. Gerade zu Saisonstart sind Muskelkrämpfe ein Dauerthema, so die ersten 2-3 Wochen, bis sich der Körper wieder gewöhnt und gestärkt hat wo er Stärkung braucht.


    Gibt es denn kein Nahrungsergänzungsmittel oder reguläre Nahrung die vorbeugend wirken können oder entsteht das wirklich rein aus der Überbelastung (in diesem Beispiel)?

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.

  • Sowas gibt es in der Medizin eigentlich nie. Wenn das so ein Thema ist würde ich das mit deinem Hausarzt besprechen und mal auf die Elektrolyte schauen. Aber tatsächlich wird Dehnen (auch wenn es nach Hokus Pokus klingt) in Zusammenhang mit den anderen Maßnahmen am sichersten empfohlen.


    Alternativ biete ich dir gerne den "Bodensatz" des beweisbaren an:

    "Verzehr kleiner Mengen von essigsauren Flüssigkeiten (Saure-Gurken-Sud) oder scharfen Lebensmitteln, die reflektorisch auf oropharyngealem Weg als TRP-Rezeptor-Agonisten fungieren (Chili, Senf, Zimt, Ingwer)" [1], dass würde am ehesten an eine magische Zauberlösung kommen :D

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    ~Far from home by Five Finger Death Punch

  • Alternativ biete ich dir gerne den "Bodensatz" des beweisbaren an:

    "Verzehr kleiner Mengen von essigsauren Flüssigkeiten (Saure-Gurken-Sud) oder scharfen Lebensmitteln, die reflektorisch auf oropharyngealem Weg als TRP-Rezeptor-Agonisten fungieren (Chili, Senf, Zimt, Ingwer)" [1], dass würde am ehesten an eine magische Zauberlösung kommen :D

    Na das klingt doch mal nach was :D Ich liebe Essiggurken und scharf essen, aber das erfolgt meistens eher im Winter. Darf ich also auch im Sommer weitermachen. Essiggurkenwasser habe ich fast imemr da - manchmal kommt der Janker und nur das stillt ihn. Vermutlich eben wegen Elektrolytemangel. Das liest sich für mich doch wahrlich wie eine magische Formel die ich aber üblicherweise nur zur Erkältungszeit anwende.


    Ja, das mit dem Dehnen ist eine Sache der Faulheit und der Ungehaltenheit wenn man schon am Skatepark ist liegt das Brett fix unter den Füßen.


    Also Magnesium für diesen Zweck kann man überwiegend ausschließen, so verstehe ich das.

    Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung.

  • Wer körperlich viel aktiv ist, sei es Sport oder Arbeit oder oder, bevor man sich mit Magnesium überdosiert wie oben geschrieben weil halt nicht immer das Allheilmittel einfach mal Kochsalztabletten als schnelle Hilfe testen.

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher...

  • Wer körperlich viel aktiv ist, sei es Sport oder Arbeit oder oder, bevor man sich mit Magnesium überdosiert wie oben geschrieben weil halt nicht immer das Allheilmittel einfach mal Kochsalztabletten als schnelle Hilfe testen.

    Ich persönlich würde von pauschaler Substitution mit Elektrolyten abraten, auch die können massive Nebenwirkungen verursachen. Die sollte man eher dann nehmen wenn auch wirklich Elektrolyte verloren gehen (massive Durchfälle, Gastroenteritis mit viel Erbrechen etc.).

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