Hmmmm....wollen wir wirklich diese Diskussion hier anfangen ?
Es spricht nichts dagegen, denn es ist eine Gefahr, ein SHTF Szenario, dafür sind wir Prepper. Gewiss kann es politisch werden, aber es schadet auch nicht sich mal Gedanken zu machen "Was wäre wenn". Was wäre denn, wenn die Russen ein mal 'ne Woche oder zwei durchbomben und Kiew einnnehmen? Oder was wäre, wenn sie es einfach sein lassen und diplomatisch, ohne Aggressordruck auszuüben, die Situation versuchen zu lösen?
Nicht alle Themen sind liebsame Themen, aber ein Prepper der nicht auf einen wortwörtlichen Krieg fast vor der Haustür reagiert oder sich Gedanken dazu macht hat Mängel in der Krisenwahrnehmung. Eine offensichtlichere Krise haben wir derzeit nicht.
Tun wir mal so als wäre ich schlau, weil ich ja achso viel Machiavelli und Sunzi gelesen habe:
Variante 1: Blitzkriegartige Einnahme von Kiew
- Vorteile für den Angreifer: Deutliche Darstellung der Vormachtsstellung und Einschüchterung. Gegen einen starken Gegner der Nägel mit Köpfen macht ist es schwer sich aufzulehnen oder Verhandlungen zu führen die nachteilig für den Aggressor wären. Das könnte zu einem Vorteildes Russen führen, jedoch unter Einsatz nennenswerter Resourcen. Kostspielig, aber effizient und effektiv.
- Nachteile für den Angreifer: Die Oppositionierenden Kräfte könnten drastischere Reaktionsmaßnahmen ergreifen und z.B. sich aktiv in den Krieg einmischen und die Grenze von Kiew in weiter Richtung Westen aktiv mit eigenen Kräften verstärken. Risikoreich und voraussichtlich eine "ein für alle mal" Lösung. Ist Kiew erst eingenommen, ist die Grenze ganz klar gezogen. Diplomatische Lösungen werden unwahrscheinlicher. Eine Zuspitzung der Situation ist möglicher. Ein weiteres Voranschreiten zur Übernahme der Ukraine wird unwahrscheinlicher.
Variante 2: Rückzug / Abzug der Truppen
- Vorteile für den Angreifer: Es werden keine weiteren Resourcen verbraucht für den Krieg, Resourcen können im eigenen Land verwendet werden für eine Stabilisierung der Wirtschaft, des Volkes und des eigenen Landes. Potentielle Soldaten die auf Ihren Einzug warten geben Zuspruch an die Regierung ihre Leben nicht geopfert zu haben. Mit der richtigen Außendarstellung kann eine Imagepflege getrieben werden als "Der Stärkere der den schwächeren verschont." Das tut sich international bei anderen Völkern ganz gut.
- Nachteile für den Angreifer: Anerkennung und Angst vor dem Angreifer werden sinken. Ein schwacher potentieller Partner geht mit schlechteren Deals aus der Situation. Ein Rückzug kann als Verlust des Krieges angesehen werden. Potentielle Partner die von dem Krieg profitieren werden mögliche nachteilige Konsequenzen erwägen gegenüber Russland.
Variante 3: Aufrechterhaltung des Kriegszustandes
- Vorteile für den Angreifer: Unter kostengünstigen Investitionen kann die Stressituation aufrechterhalten werden bis eine Schwäche gefunden wird bei der Zugeschlagen werden kann. Die Aufrechterhaltung verschafft Zeit bis eine bessere Lösung gefunden wird die den Angreifer zum Vorteil bringt. Die Investitionskosten zur langanhaltenden Bombardierung sind im Vergleich zu Reparationskosten nach Einnahme der Stadt geringer.
- Nachteile für den Angreifer: Es ist nunmal eine Art Pat-Situation in der keine nennenswerte Entscheidung zur Handlung gefällt wird. Eine Aufrechterhaltung verursacht Kosten die stattdessen zur Stärkung des landes genutzt werden könnten. Die Moral der eigenen Truppen bei einem zähen Kriegszustand ohne merkbarem Voranschreiten ist sinkend. Die Gleichgültigkeit des eigenen Volkes zu einem sich nicht dem Ende (dem Sieg) nahenden Krieg stärkt sich, somit sinkt langfristig die Unterstützung des eigenes Volkes zum Vorhaben.
Ich sehe hier, aus Perspektive Russland, keinen Vorteil darin, den Krieg zu beenden. Ungeachtet meiner moralischen oder emotionalen Meinung, ist eine Fortführung des Krieges die bessere Lösung, für Russland. Ich lasse mich auch korrigieren in meiner Anschauung.
Die ideale Lösung läge darin eine Situation zu schaffen in welcher Russland von einem Frieden mehr profitiert, als von einem Krieg, wärend zeitgleich der Westen keine Nachteile aus der Beendigung des Krieges zu verzeichnen hätte.
Die Vorteile Russlands bei Einnahme der Ukraine sind, erstmal offensichtlich, neues Land, eine Regierung die nahe dem Westen ist auf die Russland Einfluss hätte und Wirtschaft auf die Russland Einfluss hätte. Und dann gibt es gewiss noch Vorteile die mir Otto-Normal unbekannt sind. Eine Situation des Friedens in dem es mehr Vorteile als die genannten gibt sehe ich als ein unmögliches Unterfangen.
Bei einem Rückzug Russlands hingegen, lägen diese Vorteile bei dem der die Regierung dann aktiv beim Wiederaufbau unterstützt - siehe Deutschland-USA-Siatution nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch die Investitionen das Land wiederaufzubauen und eine stabile Regierung zu schaffen sind nennenswert und rechnen sich vermutlich erst nach etlichen Jahrzehnten. Wenn also der Westen sich um eine "befreite Ukraine" kümmern würde, hätte der Westen immense Aufwände, die muss man sich halt auch erst leisten können.
Ich finde keine Lösung hier