Generell ist es so, dass ein BOB eine spezifische Klassifikation von Rucksäcken ist, die für bis zu 72 Stunden Überleben, außerhalb der eigenen Wohnräume ausgelegt ist - also ja. Wenn wir von BOB reden, dann meinen wir einen 72 Stunden Rucksack.
Also um die Verwirrung etwas aufzuheben: Nein, ein BOB ist kein 80L Bundeswehr-Rucksack. Ein BOB ist gut und gerne mal nur ein 35L-45L lütter Rücksack der im Alltag auch nicht auffällt wo kein Bösewicht dir was wegnehmen möchte, weil es aussieht wie - naja, ein normaler Rucksack. Dazu packt man Isomatte und Schlafsack (lassen sich unten und oben oder seitlich am Rucksack befestigen) und das war's auch schon.
Bei 80-90L Rücksäcken sprechen wir schon von einem INCH (I Never Come Home) und der ist tatsächlich aufgebaut ohne Absicht auf Rückkehr - ein vollständiges Set an wortwörtlich allem was man nur haben kann um eine neue Existenz aufzubauen. Ein Rucksack für die Flucht ohne Rückkehrabsicht. Das ist kein BOB.
So kann dein Bob aussehen, um mal ein Extrem zu zeigen, dass es eben nicht wie eine Schatztruhe an Zeugs aussieht:
auch das ist ein BOB.webp
Die Packliste die
@Knautschesel vorgestellt hat ist gut, wenn man das so unterbekommt. Da kannste seitlich eine Isomatte dazu befestigen und unten dran einen Schlafsack und fertig ist der BOB. Der BOB soll ja nur den Aufenthalt außerhalb von Zuhause für bis zu drei Tage ermöglichen mit der Absicht wieder Zuhause anzukommen.
Hier ist, top of the dome, freistil, meine Essentiellen Objekte für einen BOB:
- Kochgeschirr (Gibt kompakte Sets mit 2-3 Behältern, stapelbar) dazu noch einen Göffel
- Hobo-Kocher (mit Esbit Tabletten, brauchst keinen Zunder dann)
- Hygienebeutel (Seife, Toilettenpapier, Hygienetücher, Zahnbürste, Müllbeutel, Desinfektionmittel)
- Erste Hilfe Set (Für ungeübte reicht ein KFZ Verbandskasten)
- Tarp und Schlafsack und Isomatte (Lassen sich außen am Rucksack befestigen)
- 2x 1,5L Wasser plus einen Wasserfilter
- Energieriegel (NGR5 oder die von Ration1, sind auch super)
- Ein paar Fertiggerichte in kleinem Packmaß, irgendwas mit Reis immer gut, weil Kalorienreich und kompakt
- witterungsbedingt Extraklamotten (Hier kann es im Winter schwer werden, zur Not Extrapulli um die Hüfte binden etc)
- Nähset (falls mal offroad unterwegs, da geht auch fix mal was kaputt, abends am Lagerfeuer nachnähen)
- Kienspan (Kleines Packmaß, Feuerstarter garantiert, auch sehr kleines Packmaß)
- Kurbelradio und Akkupack/Powerbank
Und da wir alle Hosentaschen, Jackentaschen etc haben kann man EDC-Zeugs so verstauen. Sowas wie Dokumentenkopien, Multitool und/oder Messer, Schlüssel, Kaugummis, Hand voll Nüsse etc Wer sich das zutraut kann auch noch ein Angelset mitnehmen, aber das muss man einsetzen können, sonst ist das auch kein Mehrwert. Handschuhe sind ebenfalls in einer Hosentasche verstaut.
Wenn der Preis einen Abschreckt:
Man kann über Amazon oder Temu ganz günstig die Kleinigkeiten beschaffen für kleinen Taler. Für einen BOB reichen die auch. Göffel, Hobokocher, Hygienebeutel, Nähset, Kochgeschirr, Isomatte, Tarp, Extrasocken und Büchsen - solche Kleinigkeiten sind fix beschafft und belaufen sich dann auch nur auf verhältnismäßig kleines Geld. Auch Powerbanks gibt es bereits mit 20k mAh recht günstig und brauchen tut man die ja sowieso auch mal im Alltag. Beim Schlafsack würde ich keine Abstriche machen und die günstigen 45L Rucksäcke bedürfen eventuell etwas Handarbeit (hier und da mal etwas Nachnähen, sicherheitshalber).
Man kann schon mit relativ wenigen Finanzen einen vollwertigen BOB aufbauen. Auch in ruralen Gebieten macht der Sinn. Es ist nicht selten, dass Menschen auch im Alltag mit Rucksäcken unterwegs sind, so ist meine Besonderheit, wenn man einen BOB trägt. Sieht natürlich anders aus, wenn man sich mit Camouflage eindeckt und Axt und Co außen befestigt hat - da muss man das schon etwas alltagstauglich wirken lassen.