Beiträge von QuebecerInDe

    Keine Sorge.


    Das Thema Vorrat ist für mich momentan einfach das sichtbarste Projekt, deshalb rede ich hier auch am meisten darüber.


    Die anderen Bereiche habe ich dabei nicht vergessen. Über viele der Punkte, die du genannt hast, habe ich mir bereits konkrete Gedanken gemacht und in einigen Bereichen auch schon praktische Schritte umgesetzt.


    Aber du hast natürlich Recht: Vorräte sind nur ein Baustein von vielen und am Ende muss das Gesamtbild stimmen.


    Danke für den Hinweis.

    Vielen Dank für eure ehrlichen Rückmeldungen.


    Genau solche Meinungen interessieren mich, auch wenn sie kritisch ausfallen.


    Vielleicht habe ich die Anwendung im ersten Beitrag tatsächlich etwas zu sehr als Verwaltungswerkzeug beschrieben.


    Für mich war der ursprüngliche Auslöser eigentlich ein anderer:

    Als ich angefangen habe, mich intensiver mit dem Thema Vorrat zu beschäftigen und Empfehlungen von mehreren Monaten Vorrat gelesen habe, konnte ich überhaupt nicht einschätzen, wo wir als Familie eigentlich stehen.

    Ich hatte keine Vorstellung davon, ob unser Vorrat für zwei Wochen, einen Monat oder vielleicht deutlich länger reichen würde.


    Die Anwendung entstand deshalb zunächst weniger als Inventarverwaltung, sondern eher als Werkzeug zur Bewusstseinsbildung.


    Zu sehen, wie lange die vorhandenen Vorräte theoretisch reichen, war für mich überraschend und motivierend zugleich. Ich habe dadurch festgestellt, dass wir teilweise näher an unseren Zielen waren, als ich gedacht hatte.


    Natürlich tauchte sehr schnell das Problem auf, das ihr angesprochen habt: Der Aufwand für die Dateneingabe.


    Deshalb habe ich bewusst auf Cloud-Dienste und externe Datenbanken verzichtet. Viele vorhandene Datenbanken enthalten Fehler, sind nicht offline nutzbar oder machen einen dauerhaft vom Internet abhängig.


    Stattdessen habe ich eine kleine integrierte Datenbank mit den häufigsten Grundnahrungsmitteln aufgebaut. Inzwischen reicht oft schon eine Eingabe wie:


    „1 kg Basmati-Reis Mai 2028“


    oder sogar die Spracheingabe über das Mikrofon des Smartphones.


    Trotzdem kann ich absolut nachvollziehen, wenn selbst das für manche noch zu viel Aufwand ist.


    Bis heute habe ich mehrere Testrunden unter realen Bedingungen durchgeführt und dabei den größten Teil meines tatsächlichen Alltagsverbrauchs erfasst. Das war bewusst zunächst nur auf mich selbst beschränkt.


    Der eigentliche Härtetest kommt für mich allerdings erst im September, wenn ich beginne, größere Teile meines Vorrats systematisch zu rotieren.


    Dann werde ich selbst sehen, ob der langfristige Pflegeaufwand wirklich praktikabel bleibt oder ob ihr mit eurer Skepsis am Ende recht behaltet.


    In jedem Fall danke für eure offenen Gedanken. Genau deshalb habe ich den Beitrag erstellt.

    Hallo zusammen,


    beim Lesen von Thomas Gast und seinen Empfehlungen zu mehreren Monaten Vorrat habe ich mich irgendwann gefragt:

    Was bedeuten eigentlich 3 Monate Vorrat für einen Haushalt mit 3 Personen?


    Ich hatte darauf keine gute Antwort. Die Aufgabe wirkte riesig.


    Überall liest man von 3 Monaten, 6 Monaten oder sogar einem Jahr Vorrat. Aber ich konnte überhaupt nicht einschätzen, ob wir davon meilenweit entfernt waren oder vielleicht schon näher dran als gedacht.


    Also begann ich, die Sache einmal genauer zu berechnen.


    Dabei stellte ich schnell fest, dass die Frage komplizierter ist, als einfach nur Dosen, Reis oder Wasser zu zählen.


    Was ist eigentlich der relevante Maßstab?

    Kalorien?

    Eiweiß?

    Wasser?

    Kochenergie?

    Haltbarkeit?


    Für sich genommen sagen diese Werte wenig aus. Entscheidend ist doch, wie lange ein Haushalt unter Berücksichtigung all dieser Faktoren tatsächlich durchhält.


    Aus dieser Frage heraus habe ich begonnen, für den Eigengebrauch ein kleines Werkzeug zu entwickeln.


    Mir ist völlig bewusst, dass ich nicht der Erste bin, der digitale Lösungen für Vorratshaltung ausprobiert. Ich habe hier im Forum auch ältere Diskussionen über Papierlisten, Excel, Grocy, Smart Inventory und andere Ansätze gelesen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es einen Versuch wert sein könnte.


    Für mich waren dabei einige Punkte wichtig:

    keine Cloud

    keine Registrierung

    keine Datensammlung

    vollständige Offline-Nutzung

    alle Daten bleiben auf dem eigenen Gerät

    Export und Import per Datei möglich

    druckbare Inventarliste als Fallback


    In den letzten Wochen nutze ich die Anwendung täglich mit meinem echten Haushalt.

    Kein spezieller Testvorrat.

    Keine künstlichen Daten.

    Nur das, was tatsächlich im Kühlschrank und im Vorratsraum steht.


    Das Interessante dabei war:

    Mein größtes Problem war nicht die Menge der Lebensmittel.


    Mein größtes Problem war zu wissen:

    was bereits geöffnet wurde;

    was bald verbraucht werden sollte;

    was ersetzt werden muss;

    und wie lange der vorhandene Vorrat tatsächlich reicht.


    Nach einigen Tagen wurde das Werkzeug für mich fast mehr zu einem Rotations- und Übersichtswerkzeug als zu einem reinen „Reichweitenrechner“.


    Aktuell berücksichtigt es unter anderem:

    Kalorien

    Eiweiß

    Trinkwasser

    potenziell aufbereitbares Wasser (Filter, Chlortabletten usw.)

    Kochenergie

    geöffnete Produkte

    Haltbarkeit

    Vorratsrotation


    Screenshot 1: Beispiel einer berechneten Haushaltsreichweite mit aktuellem Engpass.

    Screenshot 2: Bestandsverwaltung und Vorratsrotation im Alltag.


    Die Anwendung befindet sich aktuell noch in der Beta-Phase.


    Wer sie selbst ausprobieren möchte:

    Tenir


    Mich interessieren vor allem ehrliche Rückmeldungen von Leuten, die bereits Vorräte führen:

    Ist die Grundidee überhaupt sinnvoll?

    Welche Informationen fehlen euch?

    Welche Funktionen würdet ihr persönlich nutzen?

    Wie beantwortet ihr heute die Frage, ob euer Vorratsziel tatsächlich erreicht ist?


    Ich freue mich auf eure Meinungen und eure Kritik.


    Eric


    IMG_7243.PNG

    IMG_7245.PNG

    Das empfinde ich ähnlich.


    Was mich inzwischen ermüdet, ist weniger die Krise selbst als die permanente Vermarktung der Krise. In den klassischen Medien wie auch in manchen alternativen Kanälen habe ich oft das Gefühl, dass Angst zu einem Geschäftsmodell geworden ist. Auf Dauer fühlt man sich wie ein Spielball, der zwischen verschiedenen Narrativen hin- und hergeschlagen wird.


    Trotzdem hat Kannix für mich einen wichtigen Punkt: Wenn man sich komplett ausklinkt, läuft man Gefahr, echte Entwicklungen zu übersehen.

    Ich hoffe sehr, dass dann eher die Hilfsbereitschaft des Menschen zum Vorschein kommt.

    In diesem Zusammenhang fand ich Im Grunde gut – Eine neue Geschichte der Menschheit von Rutger Bregman sehr lesenswert. Das Buch hat mir geholfen, etwas optimistischer auf die menschliche Natur zu schauen.

    Wenn du in eine Krise gerätst und abzusehen ist das sie länger anhalten könnte kommt man auch mit weniger Wasser pro Tag aus. 12L können also auch für 1 Woche ausreichen.
    Waschen ist Luxus > ein Bisschen Sprühnebel wo es wirklich nötig ist.

    Natürlich muß man immer damit rechnen das ein Freund in Not an die Tür klopft, den lässt man ja auch nicht im Regen stehen...

    Absolut richtig. In einer echten Krise kann der Körper mit deutlich weniger auskommen. Ich plane trotzdem lieber mit Puffer — besser mehr einkalkuliert als zu knapp kalkuliert.

    Das stimmt. Aber ich gehörte bis vor Kurzem selbst zu dieser Gruppe. Man weiß nie, wann es "Klick" macht.

    Für die meisten kommt doch Wasser aus der Leitung, Aldi hat doch immer etwas da und wenn Aldi zu, ja dann Döner -Mann.

    Man könnte kotzen, dass sind die, die dann immer schreien, uns hat doch keiner etwas gesagt.

    Das stimmt. Aber ich gehörte bis vor Kurzem selbst zu dieser Gruppe. Man weiß nie, wann es "Klick" macht.

    Ich lese gerade — bzw. habe kürzlich gelesen — "Deep Survival" von Laurence Gonzales. Sehr empfehlenswert.


    Die zentrale Frage des Buches: Warum überleben manche Menschen extreme Situationen, während andere nicht überleben — selbst wenn sie besser ausgerüstet oder trainierter sind? Gonzales analysiert eine Vielzahl realer Überlebenssituationen und kommt zu einem klaren Fazit: Es ist letztendlich nicht die Technik, die entscheidet, sondern die innere Haltung.


    Für mich eines der faszinierendsten Bücher zu diesem Thema.