Odenwolf W1 / W3 Messer ehem. Wolfgang

Messer sind seit jeher das undebatierbare, universelle Werkzeug des Menschen: Schneiden, Filetieren, Schnitzen, Hacken, Öffnen, Verteidigen, Essen zubereiten - alles geht mit einem zuverlässigen Messer. Im Outdoor-Bereich ist ein Messer ein grundlegendes Werkzeug, das nicht schmücken, sondern funktionieren muss.


Kein Wunder, dass es im Bereich Trekking, Outdoor, Bushcraft und Preppen eine schier unendliche Auswahl an Messern gibt - in jeder Größe, für jedes Einsatzgebiet und für jedes Portemonnaie. Nur doof, dass man, fragt man Experten, oft direkt zu sehr teuren Varianten verwiesen wird - Messer, deren Preise eher Hardcore-Preppern gerecht werden als Einsteigern. Für viele wirkt die Szene dadurch konsumdominiert und nahezu unbezahlbar.


Doch dann gibt es das Odenwolf W1: kein Luxus, nur ein klein wenig Marketing-Bling (Wölfe sind halt echt cool, egal was wer denkt) und ein ehrlicher Werkzeugcharakter für Outdoor, Angel, Jagd, Bushcraft und Alltag zu einem Preis von drei Schachteln Zigaretten.

Persönliche Erfahrung & Testumgebung

Ich habe mein W1 seit etwa vier-fünf Jahren (ich entsinne mich irgendwas mit 2021) im Einsatz: Outdoor-Ausflüge, Lost Places, Gartenarbeiten, Kartons öffnen, Konserven öffnen, Fleisch schneiden. Es hat Alles im Alltag erlebt, wurde als Küchenmesser eingesetzt und hat sich im Outdoor-Bereich ebenfalls etabliert beim Spähne vorbereiten, Brotschneiden, Paracord schneiden und Kienspan bearbeiten.

  • Robustheit & Klinge: hält alles stand, was sachgerecht geschieht. Kein Abbrechen, kein Einknicken, auch nicht bei grobem Arbeiten, solange man kein Hackebeil oder Bowie-Level verlangt, denn das ist es mit 3mm Klingendicke ganz gewiss nicht!
  • Schärfe: Kommt messerscharf aus der Verpackung und behält die Schärfe sehr lange. Ideal für Späne schnitzen, Dosen öffnen, Fleisch oder Seil schneiden.
  • Griff: Ergonomisch, sicherer Halt. Mit Handschuhen noch griffiger; nackt an warmen Tagen leicht schwitzig.
  • Scheide: Einfacher Kunststoff, hält das Messer sicher, Belt-Loop und Klick-System funktionieren zuverlässig.

Ich durfte völlig überrascht vor dem Schreiben des Reviews einige seeehr negative Rezensionen lesen und habe mich gefragt "Hatte ich nur Glück mit meinem Exemplar?" SPOILER: Nein. Glücklicherweise liefern diese Dullis auch noch Fotos ihrer Unzufriedenheit und die zeigen den Fehler ganz deutlich: Brüche und Risse der Klinge rühren meist daher, dass Käufer die Grenzen des Messers missverstanden haben: 3 mm Rückenstärke mit einem Hollow Grind ist kein Brecheisen, kein Hackebeil - es ist ein Schneidewerkzeug.


Wer erwartet, dass er mit unter 30 Euro und 3mm Klingendickem 440C Stahl (W1! W3 hat D2 Stahl) grobe Spalte hacken kann oder Seitliche Kräfte und Drehungen ausüben kann, übt sich lieber in etwas Logik und Sachverstand, bevor er ein Messer kauft. Bei mir hält das nun bereits bald 5 Jahre und hat nicht einen Rostfleck, nicht einen Bruch und macht sonst keinerlei Probleme, obwohl ich es innerhalb seiner Einsatzbereich nicht geschont habe und es viel zu tun hatte. Für Arbeiten darüber hinaus habe ich ein "Hackebeilmesser" - so wie es üblich ist.

Spezifikationen W1 / W3

  • Klingenmaterial W1: 440C-Stahl (feststehende Klinge, full tang, rostfrei)
  • Klingenmaterial W2: D2-Stahl (feststehende Klinge, full tang, halb rostfrei)
  • Härtegrad (HRC): ca. 57
  • Klingen-Schliff: Hollow Grind / Concave Grind
  • Gesamtlänge: ca. 240 mm (24 cm)
  • Klingenlänge: ca. 115 mm (11,5 cm)
  • Klingenstärke: ca. 2,5-3 mm
  • Gewicht: ca. 156 g
  • Griffmaterial: Strukturierter TPE-Griff
  • Farbvarianten / Finishes: u. a. schwarz, stonewash, olive - verschiedene Ausführungen verfügbar
  • Einsatzbereich: Outdoor-Trips, Camping, Bushcraft, Alltag – robust und vielseitig einsetzbar
  • Legalität: Durch Klingenlänge meist legal in Deutschland tragbar (gemäß §42a WaffG)
  • Preis: Je nach Aktion zwischen 25 und 35 Euro

Für wen ist das Odenwolf W1 / W3?

Das Odenwolf W1 richtet sich an alle, die ein ehrliches, funktionales Messer für den Alltag, Outdoor-Einsätze, Gartenarbeiten, Bushcraft und Prepping suchen - ohne Unsummen auszugeben. Es ist ideal für Einsteiger, Hobby-Outdoorler, Angler, Camper oder Prepper, die ein robustes Schneidewerkzeug wollen, das zuverlässig funktioniert, aber keine Superkräfte aka Hackebeil- und Brechstange vorgaukelt.


Wer Späne schnitzen, Paracord schneiden, Kienspan vorbereiten, Fleisch oder Gemüse zubereiten oder einfache Garten- und Alltagsarbeiten erledigen möchte, hat mit dem W1 ein messerscharfes, langlebiges Werkzeug, das seine Aufgabe ehrlich und zuverlässig erfüllt.


Nicht geeignet ist es für alle, die ein Hackebeil oder ein schweres Survival-Messer erwarten, um dicke Äste zu spalten, Holzstämme zu bearbeiten oder übermäßige seitliche Kräfte auf die Klinge auszuüben - hier stößt die 3 mm dicke Klinge physikalisch an ihre Grenzen - was aber nach einfachem logischem Sachverstand offensichtlich sein sollte.


Wer diese Grenzen versteht, bekommt mit dem W1 ein günstiges, langlebiges Messer, das die Kernaufgaben eines Outdoor-Werkzeugs sauber abdeckt und wenn es das nach einigen jahren mal nicht tut, dann tun die 25-35 Euro auch nicht mehr weh, denn es erfüllt seinen Mehrwert allemal.

W1 oder W3 - welches ist das bessere?

Das ist ein sehr schwer zu beantwortendes Thema, denn wirklich besser ist weder das eine noch das andere - sie sind unterschiedlich, wenn auch nur in Ihrer Stahlzusammensetzung. Ihren Zweck erfüllen beide gleichermaßen gut, mit leichten Unterschieden, ohne klarem Favorit.


Das W1 mit 440C Stahl hat einen höheren Chromgehalt was es absolut rostfrei macht, einfach nachzuschärfen, doch die Nachschärfe braucht es von Zeit zur Zeit. Wärend das W3 jedoch mit dem D2 Stahl die Klingenschärfe länger halten kann durch einen höheren Kohlenstoffanteil, aber nicht mehr rostfrei und bruchanfälliger ist - und den negativen Rezensionen nach wirklich nur in Hände gehört die es nur als Schneidewerkzeug zu nutzen wissen.


Wenn ich mir ein neues Odenwolf kaufen würde, dann wüsste ich nicht welches ich wählen würde. Rostfreiheit ist nicht debatierbar für Langlebigkeit, aber ein besserer Schärfegrad ist eigentlich genau das was diese Art der Messer braucht. Ich gehe einfach davon aus, dass nach 5 Jahren, noch weitere paar Jahre mir mit meinem Exemplar bleiben, bevor ich diese schwere Entscheidung treffen muss.

Erkenntnis & Fazit

Wer den Unterschied, in ihren Einsatzbereichen, zwischen Messern mit einer 3 mm-Klinge bei 11,5 cm Länge und einem Hollow Grind (~Hälfte der Klinge konkav zur Schneide hin geformt, filigran und dünn) und einem mit einer 5 mm-Klinge bei 11 cm Länge und einem Scandinavian Grind (Durchgehend gleiche Klingendicke, bis direkt vor Schneidenkante) nicht einschätzen kann, sollte weder dieses noch ein anderes Messer besitzen.


Für alle anderen bietet das W1 ein extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Es begleitet zuverlässig Outdoor-Ausflüge, Bushcraft-Abenteuer, Gartenarbeiten und den Alltag, ohne zu mucken, bleibt lange scharf, liegt sicher in der Hand und besteht aus rostfreiem Stahl (Letzteres gilt nur für das W1). Ein günstiger, funktionaler Allrounder, der zeigt, dass man für unter 30 Euro ein richtig gutes Messer bekommen kann, wenn man es sachgerecht nutzt. Das Odenwolf W1 und W3 ist ein ehrliches Schneidewerkzeug: robust, scharf, rostfrei (W1) und verlässlich in allen Aufgaben, für die es konstruiert wurde.