Preppen für "die Nachbarn"

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Konz
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Preppen für "die Nachbarn"

von Konz am 26.01.2017 21:08

Moin zusammen,

Vortwort zum Thema:
Vielen Prepper, wenn nicht so gar die meisten, bereiten sich alleine oder in festen Gruppen vor bzw für sich und bestimme Menschen wie Familie, Freunde und Bekannte. In diesem Fall spreche ich nicht von reinem Backpackpreppers/Bushcraftern und Messersammlern, sondern von denen die das Thema etwas großräumiger betrachten: Inklusive Nahrungs- und Wasservorräten "und so".

Freunde und Bekannte:
Hier es meist eindeutig: Wir alle wollen unsere Lieben mitnehmen auf der Überlebensreise!

Zufällige Fremde:
Hier wird es interessant und genau an diesem Punkt interessiert mich wie Ihr es Euch gedacht habt. Bereitet Ihr Euch auch darauf vor anderen zu helfen außerhalb von Eurem Kreis? Bedenkt Ihr die Möglichkeit Fremde aufnehmen zu können und habt Ihr dafür besondere Maßnahmen ergriffen oder gedenkt Ihr eher Euren Kreis dschützen zu verbarrikadieren und Fremdzugänge abzuweisen?

Was ich nämlich relativ selten lese und höre sind Prepper die mehr als nur überleben wollen, sondern Prepper die bereit sind sich bei einem Wiederaufbau gesellschaftlicher Strukturen zu beteiligen. Das bedeutet unter anderem auch teilen. Wer teilt der hat weniger für sich und wen er/sie/es auf seiner Reise dabei hat.

Wer soziale Strukturen kennt und eine Art Gesellschaft akzeptiert, wiederaufbaut oder erschafft in einem Krisenszenario setzt sich eventuell noch größeren Problemen aus als "nur" einem Nahrungsmangel.

Natürlich gehen wir jetzt mal nicht von einem Totalabsturz aus, aber auch! Es kann auch ein achsobeliebter Stromausfall sein für 1-2 Wochen. Die Nachbarn werden vermutlich Ihre Probleme haben die wir als Prepper eventuell lösen können.

Wie denkt Ihr Euch das?

VG, Konz
Bleibt vorbereitet

"Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 26.01.2017 21:11.

Esther

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Re: Preppen für "die Nachbarn"

von Esther am 26.01.2017 21:44

Ich habe die viel zu oft gehörte Ich-knall-alle-ab-die-versuchen-bei-mir-was-zu-holen-Mentalität nie verstanden. Man kann all zu schnell selbst in eine Notsituation geraten, trotz aller Vorbereitungen. Das fängt schon ohne Krise an. Wenn das Auto des Nachbarn nicht anspringt, repariert mein Freund es mal eben und als wir nach den Frühjahrsregen unseren Abschlepper im Lehmboden versenkt haben, kam der gleiche Nachbar mal eben mit dem Traktor vorbei um den LKW rauszuziehen. So funktioniert es im Alltag und nur so wird es dauerhaft auch in einer Krise funktionieren, denke ich. Nun, das sind Nachbarn, schon klar. Aber auch die waren vor nicht all zu langer Zeit noch wildfremde Menschen für mich. Bekannte wurden sie erst durch das gegenseitige Geben und Nehmen. Ich glaube nicht, dass ich jemanden wissentlich verhungern lassen und gleichzeitig Nachts noch gut schlafen könnte. Da hier viel Natur ist, müssten es nicht einmal unsere Vorräte sein. Ich zeige z.B. gerne jedem der es wissen will, was man z.B. an Grünzeug so alles essen kann. Was das Aufnehmen von anderen betrifft, so hatten wir dauerhaft mal geplant uns 2-3 Bauwagen aufzustellen um sie an die Radtouristen zu vermieten, die im Sommer hier die Gegend überfluten. Im Krisenfall, wenn man sich z.B. eine Weile selbst versorgen muss, ist Hilfe sicher immer gefragt. Warum nicht gegen einen Platz zum wohnen? Auch ohne Krise hatte ich ein ähnliches Konzept schon im Kopf. Altes Haus, wenig Zeit, wenig Geld. Mein Gedanke war mal Urlaub anzubieten für Leute, die sich keinen leisten können gegen etwas Arbeit an Haus und Hof.

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Angelika

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Re: Preppen für "die Nachbarn"

von Angelika am 02.02.2017 21:59

Wir preppen erstmal nur für uns, weil andere, wenn man das Thema anschneidet, das für reichlich übertrieben halten. Allerdings werden wir keinen Verhungern lassen, der in Not ist. Wie Esther schon sagte, auch das Zeigen von welchen Pflanzen man essen kann, ist wichtig. Von marodierenden Plünderern hoffen wir uns allerdings fernhalten zu können. Bei uns gibts halt zu grossem Teil gesunde Notnahrung, etliches an Linsen Kichererbsen (und natürlich etliches anderes), was man mit wenig Wasser spriessen und als Keimlinge roh essen kann (Rohkost hält fit und wach) oder aber mit der kleinen mobilen Hand-Kaffeemühle schroten/mahlen um ein warmes Süppchen zu kochen. Die Autorin Galina Schatalova schrieb unter anderem das Buch "Wir fressen uns zu Tode". Sie erklärt in Ihren Büchern, dass und wie man mit ganz wenig Nahrung fit und gesund bleiben/werden kann. Ich glaube das. Und wir üben uns auch in (selteneren) Fastentagen. Schon auch mal einzelne Tage ohne Essen UND ohne Trinken. Grüsse aus dem Wendland.

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Angelika

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Re: Preppen für "die Nachbarn"

von Angelika am 02.02.2017 22:01

Vielleicht sollte man zu diesem Thema mal ein Treffen zu persönlichem Austausch machen? LG.

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Esther

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Re: Preppen für "die Nachbarn"

von Esther am 03.02.2017 13:06

@Angelika: Das könnte man mal tun. Das Wendland gehört ja praktisch noch zur Nachbarschaft. Im Krisenfall stünde uns allerdings die Elbe im Weg und die Brücken sind weit entfernt von uns, was ich in gewisser Weise aber auch als Schutz betrachte. Von Süden kommt so schnell niemand zum Plündern. Es sei denn er hat ein Boot.

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Ben

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Re: Preppen für "die Nachbarn"

von Ben am 06.02.2017 16:48

Moin zusammen,

Spannende Überlegung Konz. Ich preppe viel von dem mit dem ich auch arbeite. Als medizinisches Fachpersonal werde ich natürlich keine Verletzten zurückweisen. Aber ich habe mit mein Wissen und meinem Können natürlich auch ein Tauschmittel. Im Falle des "kleinen Stromausfalls" bin ich natürlich gewillt meine Vorräte mit gewissen Personen zu teilen.

Nicht primär mit jedem dahergelaufenen, aber mit direkten Nachbarn schon. Eine Hand wäscht die andere. Wenn was größeres passiert bin ich natürlich gewillt mein Equipment und meine medizinischen Vorräte zu teile, wenn es da was zum tauschen gibt. Klingt vielleicht egoistisch, aber ich preppe ja nicht für den ganzen Block. Das können die schön selbst machen.

Sind natürlich Einzelfallentscheidungen. Aber ich bin nicht ungewillt.

Mfg Ben

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Jones.Pinki

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Re: Preppen für "die Nachbarn"

von Jones.Pinki am 04.09.2017 10:21

Im Ernstfall würde ich abhängig der Situation reagieren. (Wenn der Strom ausfallen würde und die Regierung wieder am Aufbau beteiligt ist werde ich keine Mühen scheuen den Menschen zu helfen ,wenn es von "offizieller" Seite keine hilfe gibt dann habe ich einen Plan*.)Aber ich mache mir immer Sorgen was wäre wenn nicht ich sondern die anderen die größere Gruppe bilden. *Da ich ein sehr guter Redner bin habe ich es mir so vorgenommen:

Scenario :
Überfall einer größeren oder stärkeren Gruppe (bin in einer 5er Gruppe). Ihr Ziel : Alles stehlen was einen Nutzen hat. Wenn es sein muss töten sie auch.

Da ich also so oder so sterben würde habe ich eine erstaunlich überzeugende Rede :

„Hey … was machen wir hier Eigentlich? Wir verhalten uns ja wie Tiere!! Wir haben ALLE schon so viele menschen die wir liebten oder verehrten verloren ,es sollen nicht noch mehr Menschen unnötig sterben! … . Was ist das alles?! Manche töten um an Essen zu kommen und andere Leben ein Leben auf sehr kleinem Raum. Aber wer von euch sehnt sich wieder nach einem etwas "Normalerem" Lenben?“ Alle rufen zögerlich ,dass sie sich danach sehne. (Festere Stimme um sie zu motivieren.) Also worauf warten wir noch?! Ich kenne einen tollen Ort an dem man geschützt un gut Leben kann!! Aber das bereden wir Nachher. Also ,ich mach euch einen Vorschlag : Jeder der für den Wiederaufbau ist geht jetzt zurück ,zieht seine beste Kleidung an und wird mit uns ein riesiges Festmahl genießen!! Alle andern bleiben hier und nehmen sich mit was sie benötigen.“

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Konz
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Re: Preppen für "die Nachbarn"

von Konz am 04.09.2017 18:52

Gute gedacht, wenn es einen echten Plan gibt der überzeugen kann, dann ist die Anrede toll, sonst wäre ich vorsichtiger mit Ansagen "alle retten zu können", denn wenn es nicht funktioniert, wir gehen davon aus, dass Du die Leute überzeugst, dann hast Du ruckzuck eine unkontrollierbare Gruppe.

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