Gruppendynamik

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Esther

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Gruppendynamik

von Esther am 20.11.2017 02:27

Ich habe eben mal die überarbeiteten Bibliothek angeschaut und bin da auch den Artikel zur Moral hängen geblieben. Der Faktor Einsamkeit ist für die meisten Menschen ein wichtiger Punkt. Ich bin da genau umgekehrt gepolt. Ich kenne und liebe die Einsamkeit.

Dafür habe ich ein Problem mit vielen Menschen. Deshalb sorgt mich dieser Aspekt weit mehr.

In einer echten Krisensituation wäre ich nicht alleine und mein Haus ist kein Palast. „Gäste sind wie Fische," sagt man. „Nach 3 Tagen fangen sie an zu stinken." Wenn Menschen lange Zeit aufeinander hocken ohne weg zu können, kann das sehr schnell zu Unmut oder Streit führen. Ich habe es in der Sahara erlebt, mein Onkel bei längeren Fahrten auf seinem umgebauten Krabbenkutter. Irgendwann geht man sich gegenseitig einfach tierisch auf den Keks. Irgendwann hat man sich zur Genüge weinen, sch... und kotzen gesehen und nicht immer ist diese Intimität gewünscht.
Konkurrenzkämpfe oder das Gefühl mehr oder unangenehmere Dinge tun zu müssen als andere, können das Klima stören. Oder auch nur verschiedene Gewohnheiten und Eigenarten. Der eine ist hyperaktiv, der andere geht es lieber langsamer an. Der eine will einfach mal seine Ruhe haben, der andere versucht die Eintönigkeit mit reden zu übertönen...
In einer Krise werden vielleicht auch nicht alle immer die Nerven behalten - Prepper oder nicht. Soldaten werden auch vorher ausgebildet und vorbereitet und trotzdem drehen immer mal wieder welche durch oder leiden nachher unter PTBS.
Und wehe die Vorräte werden knapp! Um noch mal die letzte Saharareise heranzuziehen: Wenn 3 Rauchern mitten in der Wüste die Zigaretten ausgehen und einer von den dreien schon vor dem Frühstück drei der verblieben sechs Zigaretten raucht, einfach weil er seine Nikotinsucht nicht unterdrücken kann, dann ist die K... am dampfen! Nicht jeder ist gleichermaßen diszipliniert. Und eben auch nicht gleichermaßen verständnisvoll wenn man für einen anderen verzichten muss. Das lässt sich auch auf andere Beispiele übertragen, denke ich.
In manchen Gruppen ist es so, dass sie im Krisenfall noch die Familie mitbringen. Kennen sich wirklich alle persönlich und mögen sich?
Im Urlaub ist schon so manche Beziehung zerbrochen. Wehe es kommt noch bei zwei Leuten zu einer Ehekrise in der Krise... mir fallen ein Haufen Beispiele ein und einige habe ich selbst erlebt oder beobachten müssen. Auf begrenzte Zeit ist das nicht das Problem. Aber was wenn das Ende nicht absehbar/einschätzbar ist...
Hat sich schon jemand ernsthaft mit diesem Punkt befasst und hat vielleicht sogar schon Strategien wie man damit umgehen könnte?

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Konz
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Re: Gruppendynamik

von Konz am 20.11.2017 14:44

Ich bin voll und ganz bei Dir, Einsamkeit  ist eine Art der Freiheit, auch wenn wir Menschen soziale Tiere sind und Gesellschaft, meistens, brauchen.

Ich denke der wichtigste Faktor in einer Krisensituation mit Gruppe ist, dass jeder eine Aufgabe hat die einen gewissen Mehrwert beinhaltet und den Affinitäten der einzelnen Personen entspricht. Wer handwerklich begabt ist und Bock drauf hat anzupacken der soll Holz hacken. Wer eher künstlerischer Natur ist der kann Wolldecken stricken oder Kienspan vorbereiten.

Dieses Thema ist eine sehr gute Idee für einen Bibliothekbeitrag, jedoch habe ich mich noch nie bewusst damit auseinandergesetzt. Ich weiss grob was zu tun ist und würde es, Status jetzt, einfach darauf ankommen lassen in der jeweiligen Situation.

Fakt ist jedoch, dass die Menschen entweder was zu tun oder was zu denken brauchen und es hierbei stark abweichende individuelle Faktoren gibt.

"Der Unterschied zwischen Panik und klarem Verstand ist die Vorbereitung."

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Tiberius

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Re: Gruppendynamik

von Tiberius am 20.11.2017 20:59

Hallo Esther, 
Muß dir recht geben. Ich bin eher Einzelgänger. War 5 mal in Kanada,4 mal davon allein. Einmal über 2 Monate allein in der Wildnis. Die Ruhe und Einsamkeit ist die absolute Erfüllung. 
Bei einer Krise ist mein Keller nur für meine Kinder, meine Frau und mich. 
Ich werde keine Fremden aufnehmen. Habe keine Lust, mich mit anderen Leuten's Marotten rumzuärgern. 
Mein Bruder ist selbst Prepper. Ausrüstung und Vorräte sind identisch. Er kommt selbst klar. 

Wenn man eine gute Ausrüstung und gute Vorbereitung 
sowie eine gesunde psychische Kondition hat, kann man Krisen auch gut allein überstehen und braucht keine Anderen. 

Gruß Tiberius 


Wenn es blutet, kann man es auch töten. 

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Esther

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Re: Gruppendynamik

von Esther am 24.11.2017 14:13

Ich seh schon.... offenbar hat hier keiner wirkliche Ideen für den Fall, dass man eben nicht alleine ist.

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Tiberius

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Re: Gruppendynamik

von Tiberius am 24.11.2017 20:48

Ideen schon 😆
NEIN, nur Spaß. 

Ich würde mich bereits bei den ersten Anzeichen einer Krise absetzen und meine eigenen Wege gehen.

Preppe schon über 30 Jahre. 
Das wissen nun meine Eltern, Bruder und ein Freund, der auch Prepper ist. 
Andere Freunde und Nachbarn haben davon keine Ahnung. Deshalb auch anonym hier im Netz. 

Ich denke, meine Vorbereitungen sind nur für meine Kinder und meine Frau. Ich kann und will keine Reserven für Fremde lagern. Wenn andere sich keine Gedanken um die Zukunft machen, werde ich Ihnen nicht helfen. 
Mag vielleicht egoistisch klingen, ist es aber nicht. Ich sammele Vorräte und Ausrüstung. Meine Nachbarn kaufen sich für das gleiche Geld einen neuen Kleinwagen. UND, lassen Sie mich morgen damit fahren? - NEIN!
ALSO, bei ersten Anzeichen einer Krise - absetzen und eigene Wege gehen. Kontakt zu anderen vermeiden. 

Ich weiß von mir, wie ich ausgebildet bin und was ich kann. Ich kann allein für mich und meine Familie sorgen. Fremde stören nur meinen Frieden. 

Gruß Tiberius 



Wenn es blutet, kann man es auch töten. 

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Esther

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Re: Gruppendynamik

von Esther am 24.11.2017 23:34

Du hast die falschen Nachbarn. Meine können weitestgehend für sich selbst sorgen, vermute ich. Aber die sind auch rar gesät. Die Einwohnerzahl ist erst vor kurzen zweistellig geworden. Einer ist ein Mercedesfanatiker. Selbst die Katze hat er so genannt und nicht einmal sein Sohn darf sein Auto fahren. Als unser Wagen mal kaputt war und wir dringend ein Ersatzteil in Hamburg abholen mussten, hat er uns ohne zu zögern die Autoschlüssel seines Heiligtums in die Hand gedrückt.

Das mit der Arbeitsteilung, die das Können und die Leidenschaften der einzelnen Mitglieder berücksichtigt ist sicher von Vorteil um einige Probleme zu vermeiden. Aber das eigentliche Konfliktpotential ist damit nicht aus der Welt, nur ein Anfang. Darüber hinaus fällt mir leider nicht mehr viel ein.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 24.11.2017 23:46.

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